Steyr’s Tour de France Juli 2008
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Steyr’s Tour de France Juli 2008
Wie alles begann .
Wie es sich für Steyr’s gehört , natürlich mit einer mittleren Katastrophe . Kurz nach der Abfahrt von zu Hause ging es wie üblich erstmal zur Tanke . Ich fuhr vor , stieg aus um dem Steyr noch ein paar Liter billigen luxemburger Dieselfusel zu genehmigen und ......... stehe vor einem aus allen Poren tropfenden Steyr . Ich tanke wie ein Weltmeister in Bestzeit greiff mir Ritas Kreditkarte geh zum Zahlschalter , hab den Geheimcode wieder vergessen , geh Gelassenheit und Ruhe vortäuschend (aber innerlich zerissen und tausend Tode sterbend) zurück zum Steyr , frag den Code bei Rita nochmal ab und kehr zur Kasse zurück und bezahl .
Zurück zum Steyr , tropft dieser immer noch , es war also kein Minialbtraum sondern doch böse Realität .
An der Tanke selbst nachschaun kann ich aus lauter Steyrstolz nicht weil mich dutzende erstaunter Augen beobachten und den Steyr bestaunen . Gott sei dank ist gerade ein Mitarbeiter der Tankstelle dabei die Pisten mit dem Hochdruckreiniger zu reinigen und so fällt tropfender Steyr nicht weiter auf da sicher alle meinen es käme vom Wassernebel des Hochdruckreinigers . Ich fahre also ein paar Kilometer zu einem ruhigen abgelegenen Parkplatz um nachzuschaun was los ist . Ich öffne die Eingangstür und ach du Scheisse , Steyr steht innen voll mit Wasser oder sagen wir mal so , einer der 75 Litertanks ist leer bis auf den letzten Tropfen .
Aber , Glück im Unglück , kein geplatzter Tank , keine kaputte Wasserleitung , keine verrückt spielende Wasserpumpe , nur einzig und allein abgrundtiefe Steyrdummheit oder wie es mein jüngster Sohn üblicherweise ausdrückt „Alter erbärmlicher Mann“ . Vor einigen Monaten als Steyr noch in der Entstehungsphase stand und seiner Fertigstellung entgegenfieberte sagte Boschfreund Pino Er werde der Wasserpumpe einen Ein/Ausschalter verpassen um Unheil während der Fahrt zu vermeiden . Und genau dieser Schalter wurde mir nun zum Verhängniss . Warum ??
Na weil ich Idiot vergessen hatte ihn zu betätigen und die Pumpe während der Fahrt abzuschalten . Es wäre auch mit eingeschalteter Pumpe nie etwas passiert wenn nicht zur Pumpe noch einige andere Faktoren hinzugekommen wären . Als da wären ein , 10-Liter Wasserkanister den ich während der Fahrt immer im Waschbecken liegen habe und eine nagelneue Salatschüssel aus Plastik die auch im Waschbecken lag . Der Wasserkanister ist umgekippt was ohne Salatschüssel überhaupt nichts gebracht hätte . Mit Salatschüssel wurde diese vom Kanister gegen die Einhandhebelmischarmatur gedrückt diese wiederum öffnete sich wobei die Pumpe in Wallung geriet und das tat wofür der Shurflogott sie geschaffen hat nämlich zu pumpen . Sie pumpte und pumpte und pumpte bis die 75 Liter sich in den Steyr ergossen hatten .
Mein Bett war pitschnass , ebenso sämtliche mitgeführten Tücher die unter der Spüle lagen ebenso sämtliche Staufächer in und um der Spülengegend herum . Was tun ? Na erstmal den Pumpenknopf auf Off schalten und dann wieder nach Hause . Nasse Tücher raus , trockne rein , Steyrboden aufwischen und für den Rest hoffen dass unterwegs viel Sonne scheint und sich die Kiste mächtig aufhitzt damit ich abends wieder in einem trocknen Bett schlafen kann . Rita wollte aufgeben und am nächsten Tag weiterfahren sozusagen im zweiten Versuch , aber wenn der Dicke mal in Bewegung ist gibts kein Halten mehr .
Jetzt kam der massive Steyrausbau zum tragen und es machte sich bezahlt dass ich alles in 18 oder 28 mm Vollholz ausgebaut hatte . Nur der Laminatboden machte mir ein wenig Sorgen , aber soviel kann der nicht mitbekommen haben , so wie alles unten drunter rausgetropft ist entstand wenigstens mal keine Staunässe . Nach einer Stunde war alles wieder OK und wir fuhren los . Mein blöder Zweitgeborener rief mir noch nach :“ Tchüss , bis in einer halben Stunde“.
Wir fuhren Richtung Mondorf und Sierck les Bains und liessen Luxemburg so schnell wie möglich hinter uns . Wir waren also nun in Frankreich und durch nichts mehr zu stoppen . Steyr hatte noch ein wenig Anlaufschwierigkeiten und er quälte sich an jeder Steigung . Er mag Schwülwarm überhaupt nicht . Das Wetter an dem Tag war , sagen wir mal , „Aprillig“ . Regen , Hitze , Schwüle , dann wieder kühl , so ging das den ganzen Tag weiter . Diesmal wollten wir die France Passion- Geschichte mal so richtig austesten also machten wir uns auf den Weg den italienischen Forellenmann zu suchen . Dieser versprach neben seiner Forellenzucht ein paar idyllische Standplätze .
Rita navigierte uns wie immer sehr gut durch die Gegend , nur dass Sie immer mal wieder vergisst dass Steyr nun als 7,5 Tonner durch die Welt gurkt und kein Kleinwagen ist . Das bringt uns immer wieder in recht komische Situationen . Mal landen wir mit Steyr auf einer kleinen Strasse die man in Deutschland und/oder Luxemburg schlicht und einfach Fahrradweg nennen würde , ein ander Mal fahren wir durch Kleinstädte in denen Geschäftsleute die Markisen ihrer Geschäfte einrollen müssen oder Wirte die Stühle und Tische auf ihrer Terrasse kurz zusammenrücken müssen damit der Dicke vorbeikommt . Eines fällt uns aber immer wieder auf . Jeder schaut Steyr fasziniert nach und niemand scheint von uns wirklich genervt zu sein (naja ausser all denen die hinter uns fahren bis ich ihnen Zeichen gebe dass freie Bahn zum überholen ist) .
Was noch immer wieder auffällt ist der ungebrochene Wille der Franzosen es ihren Autoritäten so richtig zu geben und sich an keine Gesetze und Bestimmungen zu halten . Als Steyrwomofahrer scheinen wir genau in diese „Outlaw“-Kategorie zu passen . Jeder der uns auf Steyr anspricht , aber am meisten Menschen älterer Generation , bemerken immer als erstes : „ Oh Mann , damit kommen sie aber überall hin wo sie niemand sehen kann“ . Dieses „Überallhinkommenkönnen“ scheint dem Franzosen sehr wichtig zu sein und bei einem Franzosen heisst überall hinkommen immer dasselbe :“ Überall Jagen und Fischen können“ ohne dass jemand dabei stört .
Eigentlich dachte ich immer die Deutschen wären die Jäger und Fischer Europas aber weit gefehlt , es sind eindeutig die Franzosen . In Deutschland habe ich oft erlebt , geht es sehr viel um Kultur und Tradition bei den genannten Sportarten , in Frankreich geht es um Leidenschaft und darum was Abends oder am Wochenende auf dem Teller liegt . Da braucht es keine Schickimicki Jagdbekleidung , kein Lodenhut mit fluorreszierendem Sicherheitsstreifen , kein Mercedes Geländewagen mit Stern als Zielerfassung auf der Haube , da braucht es nur Angel und/oder Flinte . Wenn den Jungs dann unterwegs ein Verbotsschild zu Augen und in die Quere kommt , wird es gnadenlos niedergeballert .
Wie fasst alle France Passion Destinationen war auch der Forellenmann nur sehr schwer zu finden . Oft gibt es nur vage Wegbeschreibungen und fast nie richtige Adressen . Bis auf eine der Destinationen haben wir am Ende immer alle nur per reinem Zufall gefunden . Ich schätze mal da steckt Absicht dahinter , so findet immer nur der harte Kern die Plätze und alles wäre gnadenlos überlaufen , das wäre nicht der Sinn der Sache . Mittlerweile steckt bei den Anfahrten und Suchen nach France Passion-Zielen auch ein wenig Instinkt dahinter . Wenn man meint auf der richtigen Spur zu sein muss man sich auch einfach mal trauen auf einen Waldweg oder sonstigen unbefestigten Weg abzubiegen , meist kommt man dann auch auf der richtigen Stelle an . Meist , aber längst nicht immer . Wir jedenfalls haben es bisher immer geschafft . (naja , gestern gaben wir uns mit dem Forellenmann zufrieden , weil wir vorher den Honigmann nicht gefunden haben) .
Der Forellenmann als Ausweichmöglichkeit stellte sich schnell als durchaus gelungen heraus . Der Platz befand sich in einem Tal mitten in einem ziemlich urigen Mischwald . Es gab eine riesige Forellenzüchtanlage mit verschiedenen Zuchtbecken und drei grossen Weihern von denen aber nur einer befischt werden durfte . Rundum diesen sassen ungefähr 20 Fischer die Bier tranken , Gauloises rauchten , Fluchten und dabei natürlich auch fischten . Ein buntgemischtes Völkchen . Ein paar Araber , ein Rastafari der auch rauchte aber eher einen Joint und natürlich ein paar waschechte Franzosen (es waren auch diese die andauernd fluchten) . Wir stellten uns auf einen freien Parkplatz und warteten bis die Fischerei ihre Tore schloss , danach konnten wir uns den Parkplatz aussuchen der uns am besten gefiel .
Die Forellenzüchterei hatte zweifelsfrei schon bessere Zeiten erlebt aber sie erfüllte ihre Zwecke . Rundherum lag , wie es sich in Frankreich gehört , reichlich viel Schrott und auch ein wenig Müll . Ein durstiger französischer Fischer fackelt nicht lange rum , wenn die Bierflasche leer ist fliegt sie halt in hohem Bogen durch die Luft und landet im Wald . Da wiederum lob ich mir meine gut erzogenen luxemburger Landsleute oder unsere sauberen deutschen Nachbarn , diese Art der Entsorgung haben wir schon vor mindestends einem Jahrzehnt hinter uns gelassen wenn nicht noch länger .Dem oft in solchen Situationen von Deutschen gehörten Ausruf :“ Also bei uns zu Haus gibt es das nicht „ , kann ich nur hinzufügen „und dem ist gut so“ . Die Nacht beim Forellenmann war sehr gut . Mein Bett war trocken , der Schlaf ruhig und entspannt , befreiend und den Stress der vergangenenWochen und Tagen wegwischend . Genau das was Rita und ich brauchten um abzuschalten und auszuspannen .
Nach dem üblichen ausgiebigen Frühstück auf dem Forellenhof machten wir uns wieder auf den Weg . Erste Tageshandlung wie immer und an jedem Tag , ein frisches Baguette kaufen . Es ist komisch aber luxemburger und deutsche Automobilclubs haben Schreckenswochenende auf den Strassen vorhergesagt aber Steyr’s begegnen unterwegs nie Verkehr oder Staus . Was findet Ihr nur alle an diesen Scheiss Autobahnen ? Am Samstag null Verkehr , am Sonntag null Verkehr . Wenn ich also so darüber nachdenke , dann finde ich Autobahnen doch toll , und die Autobahnfahrer sowieso , die sind dann von „unseren“ Strassen weg .
Dass wir vom Forellenhof weg sind war gut , ich habe gestern noch ein wenig den Fischern zugesehen wie sie mit ihren Fängen umgingen . Wenn jemand fertig mit Fischen ist und nach Hause aufbricht haut er dem Fisch eine auf die Rübe und der ist hin . Einigermassen „human“ und so sollte es sein . Andere hingegen nehmen die Fische aus der Räuse und lassen sie elendig ersticken und krepieren als wäre das der normalste Umgang mit der Beute . Ich find das zum Kotzen und würde so einem am liebsten eine reinhauen . Ich hab schon Jahre gebraucht bis ich mich an die üblichen Jagd und Fischpraktiken gewohnt habe . Ich fang meine Beute , erleg sie und gut iss . Muss ich sie denn vorher noch stundenlang hetzen und quälen ? Nein , muss niemand . Aber dennoch begegnet man immer wieder solchen Idioten .
Wir fuhren nach Besançon , der Zitadellenstadt . Das versprach anfangs interessant und spannend zu werden doch wurde es richtig Kotzlangweilig . Die Stadt war komplett Tod . Überall auf den Gehwegen und in den Hauseingängen lagen fast totgesoffene SDF’s , Berber , Clochards , Loubards oder wie Sie denn heissen oder im Volksmund genannt werden . In Besançon gibt es einige soziale Einrichtungen die sich um diese obdachlosen Menschen kümmern , deshalb gab es wahrscheinlich eine solche zahlenmässig hohe Ansammlung . Auf einer Brücke die die verschiedenen Stadteile miteinander verbindet hatten Afrikaner ihre Waren und Ramsch ausgelegt und boten dem „gros Mossiu“ wie Sie mich nannten den besten Preis an den ein Afrikaner je einem Dicken in Frankreich angeboten hat . Aber ich kaufe aus Prinzip keine afrikanischen Masken und sonstige Schnitzereien . Wer weiss was da womöglich für Flüche draufliegen könnten . Da hängt man sich so ein Ding in den Steyr und ist für den Rest seines Lebens mit einem Fluch belastet der einen nicht mehr loslässt . Da Lob ich mir meine Benediktusmedaille und meinen Herrn am Kreuz , da weiss man wenigstends was man hat .
Der Dicke war aber total uninspiriert und diese absolut langweilige Stadt aus aufeinandergetürmten Steinquadern (Vauban hatte auch schon mal bessere Tage) tötete jede Kauflust in mir obwohl ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den Afrikanern hatte . Ich schäme mich immer wenn ich irgendwo Schwarzafrikanern begegne weil ich immer das Gefühl habe dass sie mich und alle anderen Dicken dafür verantwortlich machen dass Ihre Landsleute ständig Hungersnöte erleben weil wir Ihnen alles wegfressen . Das hat mich wiedermal so fertiggemacht dass wir gleich um die Ecke zu Quick dem Hamburger Restaurant gingen und wieder zuschlugen . In Besançon hat die vaubansche Baukunst die uns Luxemburgern ebenso wie den Saarländern ja bestens bekannt ist in ihrer Geradlinigkeit und Zweckmässigkeit alles Leben unter sich begraben . Schaffen es Luxemburger und Deutsche dieser Architektur noch etwas stättischen Charme einzuhauchen , haben die Stadtverantwortlichen von Besançon total versagt .
Die Stadt wirkt auf uns äusserst ausladend und gibt uns nach unserer Wegfahrt nichtmal das Gefühl dass man sie je vermissen könnte . Wir haben vor Jahren für uns selbst eine Stadtversagerliste erstellt und in der führt nun Besançon knapp vor Freiburg das wir damals in Müllburg umgetauft hatten weil es überall nur nach Müll stank . An dritter Stelle steht Mulhouse . Zwei Sachen gefielen uns in Besançon dann doch . Etwas witziges und etwas was wir noch nie vorher gesehen haben . Über der Fahrbahn einer der zahlreichen Brücken in Besançon lag ein Fahrbahnbelag der funkelte als bestünde er aus lauter Diamanten . In Wahrheit wurden dem Asphalt Glassplitter untergemischt so als Test wie man Glas noch recyklieren könnte . Und dieses Glas liess den Asphalt bei Sonneneinstrahlung halt glänzen wie tausend funkelnde Sterne .
Das zweite und witzige war die kleine Marie . Marie fuhr mit Pappa Fahrrad im Park . Die Kleine war so um die 6 Jahre alt und hatte wohl erst gerade gelernt ohne ihre Stützrädchen Fahrrad zu fahren . Marie war noch recht wackelig auf ihren Rädern konnte aber eines perfekt und das war Bremsen . Pappa war so eine Art Späthippie der es nun zu etwas gebracht hatte und Er folgte seiner kleinen Marie dicht mit seinem megateuren Mountainbike . An Marie war ausser Haut und Haaren , alles Rosa . Rosa Fahrrad , rosa Röckchen , rosa Strümpfchen und Schühchen und eine kleine rosa Tasche über ihren Schultern wie es sich für eine feine französische Dame gehört . Plötzlich und ohne es vorher anzuzeigen bremste Kastanienlöckchen und Hippievater musste ebenfalls im letzten Moment bremsen und flog in hohem Boden über seinen Lenker und landete auf dem harten Parkboden . Die kleine Marie war überhaupt nicht erschrocken als Pappa neben ihr lag und sagte ganz unschuldig und besserwisserig : „Tu vois Pappa , on doit toujours faire attention et freiner quand on voit passer des autres Gens sur la route“. (Siehst Du Pappa man muss immer bremsen wenn man anderen Menschen auf der Strasse begegnet „.
Pappa rollte mit den Augen und konnte den kleinen Kulleraugen von Kastanienlöckchen nicht wiedersprechen , Sie hatte ja vollkommen recht , Er meinte nur sie solle vorher bescheid geben wenn Sie so abruppt bremst . Sie fuhren weiter doch ich sah schon von weitem das nächste Bremsunheil drohen und sah dem Spektakel gebannt entgegen . Auf dem Parkweg lagen Glasscherben und die Beiden fuhren darauf los . Kastanienlöckchen bekam immer sehr schnell ein Höllentempo drauf mit ihren kleinen Rädchen und mit ihrer Rücktrittbremse stand sie auch wieder genauso schnell . Und so lief es dann auch wieder . Marie sah das Unheil in Form von Scherben und machte Vollbremsung . Wie sollte es anders sein , Pappa flog ein zweites Mal vom Rad und hatte Glück im Unglück , diesmal flog Er seitlich vom Weg auf eine gepolsterte Wiese und nicht in die Scherben . Hippievater musste sich eine neue Taktik überlegen . Als wir an Ihnen vorbeigingen sass Er unter Schock immer noch mit der kleinen Marie auf der Wiese und die konnte nun ja überhaupt nicht verstehen warum Pappa andauernd mit seinem Rad umfiel , schliesslich machte Sie ja alles immer richtig .
Ich schlug Pappa vor ein Bremslicht bei Kastanienlöckchen anzubringen doch auch das quittierte Er mit rollenden Augen .
Ehe wir Kotzbesançon hinter uns liessen mussten wir noch 47 Vaubanstufen zu unserm Parking hinaufsteigen , das war wohl Vaubans Rache an uns wegen der Schadenfreude über Pappas Flüge und dafür weil wir Besançon nicht leiden konnten . Das war der einzige Vorteil von dieser Stadt , wir hatten viel Bewegung . Wir fuhren in Richtung einer weiteren France Passion Destination , der „Charette Bleue“ . Hier hat sich eine ausgewanderte belgische Familie auf die Züchtung und Wiederherstellung alter Eselsrassen spezialisiert . Sie fabrizieren in einer hochprofessionellen kleinen Werkstatt Kosmetikprodukte und Seifen in denen die Milch der Eselinnen ein hoher Bestandteil ist . Der ganze Ort , unser Standplatz vor dem Haus der Familie sowie die Tiere selbst verzauberten uns vom ersten Augenblick an . Diese Tiere haben Rita und mich schon immer fasziniert und nun konnten wir mit ihnen Kopf an Kopf einige Stunden leben und erleben . Diese Tiere sind so sanft und gutmütig und manchmal rufen Sie einen regelrecht zu sich wenn Ihnen nach Streicheleinheiten ist . Schon Jesus mass diesen Tieren eine besondere Wichtigkeit und Stellung zu , ist Er doch jedesmal zu religiös wichtigen Anlässen auf einem Esel angeritten .
Vielleicht werde ich auch deshalb seit jeher von meinem Freund Rosch dem Campingplatzbesitzer in der Drôme immer mit „décken Iësel“ (dicker Esel) angeredet . Wir liessen uns wie geagt von diesen Tieren verzaubern und verbrachten zwei Nächte auf dem Eselshof und diese zwei Nächte lagen wir unter ständigem Beschuss . Im Steyr kam des Nachts richtiges Militärfeeling zustande . Da sagt man immer die Franzosen wären ein armes Volk , aber was da am Vorabend und am Nationalfeiertag selbst in der Luft verballert wurde , war schon der Hammer und toppte das was man hier aus Luxemburg zu dieser Gelegenheit kennt um einiges . In unserer letzten Nacht auf der „Charette bleue“ knallte es während 4 Stunden ununterbrochen in der Ferne . Die 17 Esel und Eselinnen störten sich daran nicht . Auf dem Hof ist auch ein „Gîte de France“ , die Möglichkeit also in einem Gästezimmer zu übernachten und die Ferien zu verbringen . Das Gîte bestand aus einem modernen auf alt getrimmten Zirkuswagen der sehr idyllisch auf einer Wiese stand und recht gross war und mit allem Komfort ausgestattet ist .
Im Zirkuswagen wohnte zu dem Moment eine echte „Chty-Familie“ , also eine Familie aus dem hohen französischen Norden . Oppa , Omma und die kleine Enkellin . Oppa konnte sich nur noch in Zeitluppe bewegen und Er sah aus wie der alte „Charles de Gaulle“ . Wenn Er ansetzte etwas zu erzählen dauerte alleine das Luftholen schon so lange , dass alle um Ihn herum schon verschwunden oder bereits im Bett waren ehe Er das erste Wort von sich gab . Ich hätte gerne noch ein paar Worte mit Ihm gesprochen aber es blieb keine Zeit mehr . Einmal kam uns auch ein kleiner wilder Kater besuchen . Dieser kleine Tiger war so wild (naja er übte noch doch bemühte er sich redlich richtig böse zu sein) und verspielt dass ich mich lange mit ihm beschäftigt habe und rumgetollt bin . So lange habe ich mit ihm gespielt , rumgetollt , ihn herumgewirbelt bis er anfing zu kotzen . Aber dieses kleine wilde Ding war nicht kaputt zu kriegen .
Wenn ich ihm mal ein paar Momente Ruhe gönnte kam er von hinten angesprungen , riss mir meinen Strohhut vom Kopf , dann hing er wieder an meinem Hosenbein oder er griff Rita an und biss Ihr in den dicken Zeh . Kurzum wir hatten dort mächtig viel Spass und null Langweile . Das einzige Tier auf dem Hof das wir mieden wie die Pest war der Hund der Familie . Ein Neufundländer der stank wie zehn Säue . Er schwamm ständig irgendwo in irgendeiner Kloake rum und war ewig am tropfen . Man musste vor ihm auf der Hut sein doch verriet er sich meist durch seine nassen Pfotenspuren oder den triefenden knarzenden Gang und man musste sich gleich in Deckung bringen . Hatte man den Geruch , den Pesthauch des Todes einmal in der Nasenschleimhaut gespeichert wurde man ihn nicht mehr los .
Noch ein paar Worte über die Besitzer der „Charette bleue“ . Die Belgier sind vor gut 20 Jahren nach Frankreich ausgewandert und Betreiben nun ihr kleines Unternehmen im Jura . Er Ingeniör , sehr nett aber ein wenig zurückhaltend und sie , die treibende Kraft des ganzen . Altersmässig schwer einzuschätzen , aber wohl schon etwas weiter in den 40ern . Sie haben eine bereits erwachsene Tochter die in Namur lebt , den jungen Basil einen ungefähr zehnjährigen Sohn , und den kleinen 14 monatigen pausbäckigen Jules . Ich bewundere Frauen die weit in den 40ern noch den Mut haben ein Kind in die Welt zu setzen . So ein kleiner Jules bereichert die Welt und gut dass seine schöne Mutter den Mut ihn zu bekommen noch hatte . Bei der Familie lebte noch eine ältere Frau die ich anfangs für die Grossmutter hielt . Es war eine Bekannte die vor Jahren ihren Mann verloren hatte und die durch diesen schmerzlichen Verlust total unterging . Die Eselsfamilie hatte sich damals Ihrer angenommen und nun da sie wieder auf dem Damm ist , ist sie fester Bestandteil der Familie geworden und nicht mehr wegzudenken . Allein diese kleine Geschichte sagt über die Familie alles aus . Als wir dort abfuhren stand die ganze Familie an der Haustür um uns zu verabschieden . Sie winkten uns freundlich zu und hofften ebenso wie wir auch , dass wir uns nochmal wiedersehen . Als Gastgeschenk gab es am Morgen noch einen frischgewaschenen und eingepackten Salat den wir uns am Abend sehr gut schmecken liessen . ich habe mich mit sehr viel Seife dort eingedeckt und der Steyr riecht herrlich mit all den verschiedenen Düften . Wir waren also wieder unterwegs .
Auf unserer Fahrt zur nächsten Etappe fuhren wir , wie sollte es anders sein , mitten durch Lyon . Mitten in den Häuserschluchten und den allgegenwärtigen Elektrokabeln in Lyon verliess uns das Navi und es wurde sagen wir mal etwas hecktisch im Hause des Führers sorry Führerhaus . Einmal stand neben Steyr ein Motorradfahrer und klopfte an um nachzufragen wo die Reise hingeht aber als er die Hitze spürte die der Steyr seitlich der Fahrerkabine von sich gab war er schnell wieder weg ohne noch ein „Putain quelle chaleur“ von sich zu geben . Aber auch die navilose Durchfahrt von Lyon schafften wir ohne grössere Zwischenfälle und so rollten wir wieder der Landstrasse entgegen . Dort trafen wir endlich auf das worauf ich mich am meisten gefreut hatte . Sonnenblumenfelder .
Eines lag neben dem anderen und morgends wandten sich die Sonnenblumen noch scheu von uns ab , am späten Nachmittag jedoch konnten wir in die frischen wunderschönen Gesichter dieser glücksbringenden und wunderschönen Blumen schaun . Wieder und wieder fuhren wir mitten durch kleine Städte die Napoleon nicht mal mit einer 2CV hätte einnehmen können . Manchmal passte Steyr durch , manchmal ging es der einen oder anderen Platane an den Kragen aber durch kamen wir immer . Eines hatten unsere Durchfahrten in diesen engen Gassen aber immer gemeinsam , wir hielten uns nie an die Gewichtsbeschränkung und schalteten bei Verbotsschildern mit Gewichtsbeschränkungen einfach auf strohdumm und uneinsichtig . Die einzigen Schilder die ich allerdings niemals ignoriere sind Höhen und Breitenangaben denn da kann es manchmal ganz schön fickerig werden . Aber was solls schliesslich waren wir in Frankreich und was gelten in dem Land schon solche Verbotsschilder . Immer und immer wieder fuhren an solchen Nadelöhren Gendarmen oder Polizisten an uns vorbei , schauten uns an , nach und ausser komischen Blicken gab es nie auch nur die kleinste Geste eine Missfallens .
Nachdem wir wieder so einen Engpass durchfuhren ging es über einen holperigen Weg weiter zu einem Weinhändler und seiner Frace Passion-Adresse . Wie immer schlechte Wegbeschreibung aber doch trafen wir plötzlich auf ein Schild das uns die etwaige Richtung anzeigte , aber zu spät , mitten in einer Kurve , zu viel Autos zu dicht hinter uns und keine Möglichkeit zu bremsen . Ich startete kurz durch und drehte bei nächster Gelegenheit um . Wieder beim Schild angekommen stand dort ein kleiner Mercedes A-Klasse neben dem ein recht adretter und schöner Franzose stand der uns zu sich winkte . Ich bog ein und blieb neben Ihm stehen . „Ob wir die wären die eben angerufen hätten?“ . Nein sagte Rita , wir würden nur rumfahren und das Haus eines Weinhändlers suchen wo wir gedenken einen Standplatz für einen Abend zu finden . Jaja , da wären wir richtig , er wäre der Weinhändler und hätte sich schon gedacht dass wir Ihn suchen . Na mächtig eingebildet ist unser schöner Laurent ja nicht , dass Der sofort meint jedes Womo das durch sein Dorf fährt müsste gerade Ihn suchen . Aber Er hatte ja recht und so folgten wir Ihm zu seinem Standplatz .
Der bestand aus einer herrlich grossen beschatteten Wiese inmitten eines Waldes der am Rande gesäumt war von jungen Akazien einem meiner absoluten Lieblingsbäume (ich habe rundum mein Haus gut 20 davon gepflanzt die mittlerweile schon zehn meter hoch sind) . Laurent erklärte uns dass Er uns unten im Dorf schon sah als wir durch die enge Gasse fuhren , Er kam gerade vom Arzt und stand in der Dorfapotheke als wir vorbeifuhren . Er erklärte uns dass Er sich ein wenig erkältet hatte und seine Stimme ein wenig rauh klingen würde . Aber wir waren einhellig der Meinung Er wäre ein wenig wehleidig eben typisch für so einen Schönling . Laurent war wirklich so ein richtiger Franzose . Gross , schlank , braune Augen , schwarze Haare mit Seitenscheitel einem netten Grinsen und ziemlich witzig . Rita die ja fast immer recht einfühlsam und als die geborene Diplomatin auftritt entgegnete Laurent als der gerade die Einladung in seinen Weinkeller und die Besichtigung seines uralten gewölbten Kellers ausprach , dass wir eigentlich überhaupt keine Weintrinker wären an seinem Keller wären wir auch nicht sonderlich interessiert , sie ging wie gesagt recht diplomatisch vor und fügte gleich mit an dass uns nur sein Standplatz interessieren würde . Als Laurent dann noch einmal von seiner schrecklichen Erkältung zu erzählen begann springt Rita mit einer leicht hysterischen aber witzig gemeinten Geste hinter die geöffnete Steyrtür und fragte mit einem gespielten Entsetzen ob Er denn ansteckend wäre . Wie schon gesagt , Laurent war ein recht humorvoller Mensch und fing an zu lachen , wiederholte nochmal seine Einladung für 20:30 und machte sich von dannen .
Ich schlug Rita vor Ihm bei der nächsten Begegnung doch einmal in die Eier zu treten denn das wäre heute der einzige Schmerz den Sie Ihm nicht zugefügt hätte . Ritas Ehrlichkeit und Geradlinigkeit schätze ich seit ich Sie kenne , aber manchmal wäre es besser sie für sich zu behalten . Ich meine welch schlimmeres Verbrechen gäbe es als einem Weinhändler und Produzenten zu sagen man möge seinen Wein nicht oder Ihm zu sagen dass man an seinem schönen gewölbten Keller , auf den Er doch so stolz war , kein Interesse hätte . Das musste am Abend wieder gutgemacht werden , für mich eine echte Herausforderung . Doch so wie der schöne Laurent Rita die ganze Zeit angeschaut und angegrinst hatten schien Er nicht sonderlich nachtragend zu sein . Manchmal sogar hatte ich das Gefühl dass das einzige was Laurent’s Blick auf Rita trübte , meine Anwesenheit war . Nach einem üppigen Essen machten wir uns auf den Weg zu Laurent’s Weinkeller .
Mittlerweile hatten sich noch zwei Womos auf der Wiese eingefunden . Ein Franzose und ein Belgier . Der Franzose mit Frau und Kind und ohne jegliches Interesse an Laurents Wein und der Belgier mit seiner Frau ihres Zeichens Flamen also holländischsprechende belgische Königsverräter . Der Belgier und seine Frau stellten sich mit ihrem Womo fast auf einen Meter neben die Franzosen . Das muss man sich mal vorstellen . Eine Wiese von gut einem halben Hecktar Grösse auf der weit ab vom Weg unter der schönsten Akazie der Dicke steht und direkt neben dem Weg , wie es sich für die „weissen“ Angsthasen gehört , der Franzose . Also hätte der Belgier noch fast die ganze Wiese als Stellmöglichkeit gehabt und was macht er , er stellt sich neben den Weissen . Das muss wohl der Herdentrieb sein , wo ein Womo steht , stehen plötzlich ein paar dutzend dicht an dicht nebeneinander , das haben wir auf der weiteren Fahrt später noch oft so erleben können .
Sei’s drum , die Flamen gingen zusammen mit Rita und mir zur Weinprobe und nachdem was der Flame schon unterwegs dorthin von sich gab versprach dieser Abend recht lustig zu werden . Der gute Laurent hatte sich vorsorglich , da Er ja soooo krank war , eine dicke Jacke übergezogen weil es in seinem gewölbten Keller wohl recht kühl war . Der Flame der wie mein Vater oft zu sagen pflegte „sich gerne selber reden hörte“ plapperte ununterbrochen dabei ständig betonent dass sein Französisch recht schlecht wäre . Na ich dachte die ganze Zeit „warum hällt er denn nicht einfach „sei Gosch’n“ . Es ist schon ein Hohn dass ein Belgier , der aus einem frankophonen Land stammt eine seiner eigenen Landessprachen nicht anständig sprechen kann , das symbolisiert in einem Mal den ganzen Streit der dieses Land langsam Stück für Stück zerstört .
Dem Flamen fiel ständig etwas Neues ein und Er musste es unter die Gesellschaft bringen ob’s einen interessierte oder nicht schien zweitrangig . Fiel Ihm mal ein paar Minuten nichts ein nutzte Er diese Zeit um sich irgendeinen neuen Schwachsinn auszudenken . Aber so langsam freundete ich mich mit Ihm an und so war Ritas und mein Schicksal für diesen Abend besiegelt . Denn , fand der Flame auf französisch nicht die richtigen Worte wendete Er sich an Rita oder zu mir um und fragte auf Deutsch nach und wir konnten dann übersetzen . Der Flame war ein sogenannter „Connaisseur“ Er verkaufte sich recht gut als Weinkenner , als einer jener die sich selbst für einen Weinspezialisten halten sich aber bei den Weinproben meist nur am Preis des Weines orientieren und einen hohen Preis immer mit hoher Qualität und feinstem Geschmack gleichsetzen .
Er fachsimpelte mit Laurent und gab dabei alle seine Kenntnisse preis . Nur blöd dass alles was Er von sich gab von Laurent sofort wiederlegt werden konnte . Der Flame witterte seine Chance endlich mal was gescheites von sich geben zu können . Der schöne Laurent erzählte uns von seinem „Saint Joseph“ der aus zwei verschiedenen Trauben gekeltert und zusammen gemischt wird . Der heilige Josef war einer seiner teuersten Weine . Der Flame war sofort vom Josef begeistert und dieser Wein zu 26 Euro die Flasche schien für Ihn genau das Richtige . Er orderte gleich mal eine ganze Kiste davon . Laurent schaute mich an und wollte meinen Rat zum Sankt Josef hören . Erst wollte ich freundlich sein doch dann war ich ehrlich . „Sorry mir schmeckt dieser Wein überhaupt nicht , der ist viel zu sauer und hat bei mir einen bitteren Nachgeschmack „.
Laurent musste lachen , Ihm schien es wichtiger zu sein einmal den Rat von Jemandem zu hören der seine Weinunschuld noch hatte und sich weintechnisch für nicht so wichtig hielt . Ich erklärte Laurent , so wie Er es von mir forderte , was ich bei jedem einzelnen Wein schmeckte und roch , zudem gab ich sofort meine Meinung preis bei welchem Essen ich den einen oder anderen Wein servieren würde oder welchen Wein ich nicht essenstechnisch einordnen konnte und vorschlug ihn einfach so auf der Terasse bei Kerzenschein zu geniessen . Dann musste Laurent wieder lachen als ich mich weigerte jeden Wein den Er mir zur Probe vorsetzte anschliessend in den Kübel auf dem Tisch zu spucken . Laurent setzte mir Weine vor die nach Vanille schmeckten dann wieder schmeckte und roch ich Himbeere oder verschiedene Waldfrüchte .
Der Flame schmeckte nur Wein und den Preis . Am besten schmeckte mir ein Weisser , der „Roussanne“ , ein Roter und ein Rosé , aber der Weisse war definitiv der Beste . Dann erzählte Laurent uns von einer Traube die Er selbst anbaut aus der Er je nach länge der Fermentation , Weissen , Rosé oder sogar roten Wein herstellen kann . Die Traube hat eine rote Schale aber weisses Fruchtfleisch . So , nun hatte die Stunde des Flamen geschlagen , Er lief zu seiner Höchstform auf und die gipfelte in der Feststellung dass seiner Meinung nach weisser Wein im normalen aber immer aus der grünen Traube gewonnen würde bis eben auf die ebengenannte Ausnahme . Als Laurent schelmisch grinsend nickte und diese Feststellung bejahte begannen beim Flamen seine „Weineier“ wieder zu wachsen und seine schon recht beschickerte Frau sah Ihn bewundernd an und die Connaisseurwelt des Flamen war wieder total in Ordnung .
Mit zunehmendem Alkoholgehalt im Blut wurde das Pröbeln noch lustiger und der Flame liess weiterhin keine einzige Gelegenheit aus sich noch lächerlicher zu machen . Ich sprach Laurent auf diese Gummikappen an die auf den Flaschen waren und die jedesmal einen Zischlaut von sich gaben wenn Er eine Flasche aufmachte . Laurent zeigte mir eine kleine Pumpe . Zuerst setzte Er so eine Gummikappe auf die Flasche , dann pumpte Er ein paarmal und ein Vakuum entstand in der Flasche . Auf diese Weise hält der Wein länger bei geöffneter Flasche wenn er nicht sofort aufgebracht wird . Nun erzählte der Flame dass Er zu Hause auch so eine Pumpe hätte aber die hätte noch nie funktioniert , von Anfang an nicht . Mit weit ausladenden Bewegungen führte er vor wie Er das Ding benutzt hatte und fügte dann in seinem schlechten Französisch hinzu „ Fonkzionn paaa , merde , pour la poubelle“.
Laurent führte die Funktionsweise des ganzen noch einmal vor und der Flame wunderte sich dass Er dafür jedesmal einen Gummistopfen auf die Flasche setzte . „Ah , das geht gut mit den Gummistopfen , so welche hatte ich aber nie dabei“ , meinte Er . Laurent nahm aus dem Regal eine nagelneue noch original verpackte Pumpe und öffnete die Verpackung . Er entnahm die Pumpe inklusive zweier Stopfen und hielt sie dem Flamen hin . Laurent scherzte und meinte der Flame hätte die Stopfen sofort weggeschmissen um den geöffneten Wein immer gleich austrinken zu können . „Nein“ , beschwor der Flame , „da waren nie solche Stopfen drin , ganz sicher , ich hab dann immer den normalen Korkstopfen draufgesetzt und wie verrückt gepumpt dann hat es gezischt aber das Vakuum hielt nie „. Wieder machte Er bei seinen Erklärungen diese wilden Pumpbewegungen nach und wir lagen fast alle auf dem Boden vor lauter Lachen und konnten nicht mehr . Ehe das ganze für den Flamen noch peinlicher wurde bot ich dem Flamen eine plausible Erklärung an die Er auch gerne entgegennahm .
Manchmal würden in den Geschäften einfach Verpackungen aufgemacht und die Kunden bedienten sich um die Sachen zu entnehmen die sie bräuchten . Die Verpackungen werden dann wieder geschlossen und ins Regal gelegt und ein argloser Kunde kauft dann etwas neues bei dem schon die Hälfte fehlt . „Genau „ , sagte der Flame , „so wird es gewesen sein und ich bin also nicht der doofe Flame der die Pumpe nicht bedienen kann „ , sagte Er erleichtert und wir mussten wieder gemeinsam lachen . Laurent zauberte weitere selbstgemachte Leckereien aus verschiedenen Ecken seines Mittelalterkellers . Aus einem riesigen Glas in der Ecke entnahm Er etwas das auf den ersten Blick aussah wie ein getrockneter Stierpenis . Das Ding staubte wie verrückt und Er klopfte es mehrere Male gegen die Tischkante und um den letzten Staub zu entfernen bürstete Er das Ding noch mit einer Naturbürste ab . Er legte es auf den Tisch und schnitt es in Scheiben . „Voila“ , sagte Er stolz , „meine selbstgemachte Schweinesalami , ein reines biologisches Naturprodukt , von mir gefertigt dann luftgetrocknet und in Holzasche eingelegt . Sie besteht aus nicht ganz feingemahlenem Schweinefleisch aus eigener Züchtung und hausgeschlachtet , Knoblauch , verschiedenen Kräutern und einem Schuss Tequilla .“ Ich schwörs , eine solche Wurst hab ich in meinem Leben noch nie gegessen ich musste mich dermassen zusammenreissen um das Ding nicht bis zum letzten Staubstückchen zu verputzen .
Laurent öffnete weitere Gläser , eines mit selbstgemachtem Leberpatée und eines mit gepöckelten und eingeweckten Schweinerippchen . Rita und ich liessen uns von diesen kulinarischen Fleischleckereien verzaubern , probten weiter den Wein und schlugen uns wieder Fleischleckereien hinein . Wir verschmähten nur eines , Laurent’s labbriges Brot aber damit schien Laurent recht gut leben zu können . Zu später Stunde geben wir dann auf . Satt und torkelnd begeben wir uns zum Steyr . Rita begibt sich gleich zu Bett und ich setz mich noch vor den Steyr und schreib die ganzen Eindrücke des heutigen Tages auf . Ich genoss es noch ein paar Minuten allein vor dem Steyr zu sitzen und das ganze Geschehen Revue passieren zu lassen doch plötzlich kommen Flame und Flämin um die Ecke .
Flämin konnte sich nur noch mit Mühe auf den Beinen halten und verschwand sofort im Womo aber Flame gab sich noch lange nicht geschlagen denn nun begann das was sich in meinen Erinnerungen als die Nacht des Schepperns , Zischens und Dampfens festbrannte . Flame stellte den Gasgrill mit Riesendeckel auf zündete in an und legte sogleich Unmengen an Fleisch drauf . Ich weiss nicht genau was Er auf den Grill legte aber es machte einen Höllenlärm . Es zischte und sprudelte und dampfte wie verrückt . Da ich keinen solchen „Mädchengrill“ benutze und keine Ahnung habe wie so ein Teil beim grillen klingen muss sagte ich mir „der Flame wird schon wissen was Er tut und wie lange Er das Teil alleine lassen kann ehe Er sich wieder darum kümmert“ . Während das Teil immer schrägere Töne von sich gab und in meiner Vorstellung und Empfindung sekündlich zu explodieren drohte fing er gemütlich pfeiffend an sein Womo in den Aussenstaufächern komplett auszuräumen und umzupacken .
Er hatte in mehreren Gängen den Wein von Laurent Kistenweise herangeschleppt und versuchte nun alles fachgerecht zu verstauen . Dies alles ging auch nicht gerade leise vonstatten und so kam eine ansehnliche Geräuschkulisse zustande . Mich hätte wirklich interessiert was wohl die Franzosen nebenan im Womo gedacht haben . Ein paarmal sah ich die Fensterjalousien von Ihrem Womo auf und ab gehen doch Sie konnten sich wohl keinen Reim auf diese horrende Geräuschszenerie machen die gerade neben Ihnen im Dunkeln ablief . Der Flame lief zur höchstform auf . Zack hing Er mit seinem Oberkörper in einer der Stauklappen und schob Weinkiste um Weinkiste von einer Ecke in die andere , Boing raste er wieder zum Grill aus dem mittlerweile von Zeit zu Zeit eine meterhohe Flamme schlug aber auch das schien Ihn nicht sonderlich zu beunruhigen . Nun sprang Er hin und her wie ein quirliges Männchen in einem Zeichentrickfilm .
Ich sass immer noch beim Steyr , schrieb weiterhin die Geschichten (soweit dies in der Dunkelheit noch möglich war) desselben Tages nieder und versuchte ja kein Detail auszulassen . Ich genehmigte mir noch einige Schlucke meines Scheibl „Finesse“ Mirabelle um den Geschmack von dem vielen Wein wegzubekommen . Flame , ich konnte es aus Augenwinkel beobachten , gierte rüber auf meinen „Brand“ , aber ich wäre eher gestorben als dieses göttliche Gesöff in der Kehle des Flamen versiegen zu sehen . Nicht dass ich wirklich etwas gegen die Flamen an sich hätte , aber dieser abgrundtief dumme Nationalitätenstreit innerhalb eines Volkes der zur Zeit ganz Belgien spaltet und dieses Land in die Absurdität treibt ärgert mich dermassen dass sich meine Liebe zu den Belgiern momentan absolut in Grenzen hält und ich diese Einfältigkeit nicht auch noch mit meinem besten „Brand“ begiesse . Momentan können die Belgier mir schlicht und einfach gestohlen bleiben .
Am Morgen als wir aufwachten waren die Flamen weg und nur ihre Reifenspuren hinterliessen einen tiefen Eindruck . Ich besuchte am Morgen noch kurz Laurent um meine 6 Flaschen Wein und eine Flasche Olivenöl zu kaufen . Auf dem Hof war niemand zusehn oder zu finden , eine Klingel an der Haustür gabs nicht und so steckte ich meinen Kopf durch die geöffnete Eingangstür und versuchte jemanden zu finden . Ich hörte nichts , ich gab ein paar Laute von mir doch auch das schien auf taube Ohren zu treffen . Ich stand im Flur des Hauses , drehte mich um und sah Laurents zierliche Frau die mit ihrem Baby auf dem Sofa sass und die Kleine gerade stillte . Ein rührende Szene die mich ein wenig genierte die die junge Mutter jedoch absolut gelassen hinnahm und mich freundlich grüsste . Ob ich ihren Mann suchte fragte Sie mich . Ich bejahte und sie rief nach Ihrem Laurent der dann auch sofort antwortete .
Laurent kam die Treppe hinunter gefedert und hatte sein übliches freundliches Lachen aufgesetzt . Schön mal einen Mann kennenzulernen der immer freundlich und gutgelaunt erscheint und dann noch eine echte Augenweide ist . Laurent fragte neugierig und gespannt für welchen der Weine ich mich denn entschlossen hätte . Er wusste noch ganz genau bei welchem Wein ich schwach wurde und welcher mir am besten geschmeckt hatte . Ich sagte Ihm dass mir drei seiner Weine gut geschmeckt hätten aber anstatt jetzt von jedem nur zwei Flaschen mitzunehmen hätte ich mich entschlossen 6 Flaschen von dem weissen „Roussanne“ zu nehmen der mein absoluter Favorit sei . Laurent fand diese Entscheidung sehr gut . Zum einen weil es ein Wein aus seiner eigenen Produktion war zum anderen weil ich an 6 Flaschen einer Sorte die mir gut schmeckte länger Spass hätte . Wir verabschiedeten uns gegenseitig und machten noch ein paar Scherze über den pumpenden Flamen und ich kehrte zum Steyr zurück um uns sogleich auf den Weg in die Drôme zu machen . Fortsetzung folgt .
Wie es sich für Steyr’s gehört , natürlich mit einer mittleren Katastrophe . Kurz nach der Abfahrt von zu Hause ging es wie üblich erstmal zur Tanke . Ich fuhr vor , stieg aus um dem Steyr noch ein paar Liter billigen luxemburger Dieselfusel zu genehmigen und ......... stehe vor einem aus allen Poren tropfenden Steyr . Ich tanke wie ein Weltmeister in Bestzeit greiff mir Ritas Kreditkarte geh zum Zahlschalter , hab den Geheimcode wieder vergessen , geh Gelassenheit und Ruhe vortäuschend (aber innerlich zerissen und tausend Tode sterbend) zurück zum Steyr , frag den Code bei Rita nochmal ab und kehr zur Kasse zurück und bezahl .
Zurück zum Steyr , tropft dieser immer noch , es war also kein Minialbtraum sondern doch böse Realität .
An der Tanke selbst nachschaun kann ich aus lauter Steyrstolz nicht weil mich dutzende erstaunter Augen beobachten und den Steyr bestaunen . Gott sei dank ist gerade ein Mitarbeiter der Tankstelle dabei die Pisten mit dem Hochdruckreiniger zu reinigen und so fällt tropfender Steyr nicht weiter auf da sicher alle meinen es käme vom Wassernebel des Hochdruckreinigers . Ich fahre also ein paar Kilometer zu einem ruhigen abgelegenen Parkplatz um nachzuschaun was los ist . Ich öffne die Eingangstür und ach du Scheisse , Steyr steht innen voll mit Wasser oder sagen wir mal so , einer der 75 Litertanks ist leer bis auf den letzten Tropfen .
Aber , Glück im Unglück , kein geplatzter Tank , keine kaputte Wasserleitung , keine verrückt spielende Wasserpumpe , nur einzig und allein abgrundtiefe Steyrdummheit oder wie es mein jüngster Sohn üblicherweise ausdrückt „Alter erbärmlicher Mann“ . Vor einigen Monaten als Steyr noch in der Entstehungsphase stand und seiner Fertigstellung entgegenfieberte sagte Boschfreund Pino Er werde der Wasserpumpe einen Ein/Ausschalter verpassen um Unheil während der Fahrt zu vermeiden . Und genau dieser Schalter wurde mir nun zum Verhängniss . Warum ??
Na weil ich Idiot vergessen hatte ihn zu betätigen und die Pumpe während der Fahrt abzuschalten . Es wäre auch mit eingeschalteter Pumpe nie etwas passiert wenn nicht zur Pumpe noch einige andere Faktoren hinzugekommen wären . Als da wären ein , 10-Liter Wasserkanister den ich während der Fahrt immer im Waschbecken liegen habe und eine nagelneue Salatschüssel aus Plastik die auch im Waschbecken lag . Der Wasserkanister ist umgekippt was ohne Salatschüssel überhaupt nichts gebracht hätte . Mit Salatschüssel wurde diese vom Kanister gegen die Einhandhebelmischarmatur gedrückt diese wiederum öffnete sich wobei die Pumpe in Wallung geriet und das tat wofür der Shurflogott sie geschaffen hat nämlich zu pumpen . Sie pumpte und pumpte und pumpte bis die 75 Liter sich in den Steyr ergossen hatten .
Mein Bett war pitschnass , ebenso sämtliche mitgeführten Tücher die unter der Spüle lagen ebenso sämtliche Staufächer in und um der Spülengegend herum . Was tun ? Na erstmal den Pumpenknopf auf Off schalten und dann wieder nach Hause . Nasse Tücher raus , trockne rein , Steyrboden aufwischen und für den Rest hoffen dass unterwegs viel Sonne scheint und sich die Kiste mächtig aufhitzt damit ich abends wieder in einem trocknen Bett schlafen kann . Rita wollte aufgeben und am nächsten Tag weiterfahren sozusagen im zweiten Versuch , aber wenn der Dicke mal in Bewegung ist gibts kein Halten mehr .
Jetzt kam der massive Steyrausbau zum tragen und es machte sich bezahlt dass ich alles in 18 oder 28 mm Vollholz ausgebaut hatte . Nur der Laminatboden machte mir ein wenig Sorgen , aber soviel kann der nicht mitbekommen haben , so wie alles unten drunter rausgetropft ist entstand wenigstens mal keine Staunässe . Nach einer Stunde war alles wieder OK und wir fuhren los . Mein blöder Zweitgeborener rief mir noch nach :“ Tchüss , bis in einer halben Stunde“.
Wir fuhren Richtung Mondorf und Sierck les Bains und liessen Luxemburg so schnell wie möglich hinter uns . Wir waren also nun in Frankreich und durch nichts mehr zu stoppen . Steyr hatte noch ein wenig Anlaufschwierigkeiten und er quälte sich an jeder Steigung . Er mag Schwülwarm überhaupt nicht . Das Wetter an dem Tag war , sagen wir mal , „Aprillig“ . Regen , Hitze , Schwüle , dann wieder kühl , so ging das den ganzen Tag weiter . Diesmal wollten wir die France Passion- Geschichte mal so richtig austesten also machten wir uns auf den Weg den italienischen Forellenmann zu suchen . Dieser versprach neben seiner Forellenzucht ein paar idyllische Standplätze .
Rita navigierte uns wie immer sehr gut durch die Gegend , nur dass Sie immer mal wieder vergisst dass Steyr nun als 7,5 Tonner durch die Welt gurkt und kein Kleinwagen ist . Das bringt uns immer wieder in recht komische Situationen . Mal landen wir mit Steyr auf einer kleinen Strasse die man in Deutschland und/oder Luxemburg schlicht und einfach Fahrradweg nennen würde , ein ander Mal fahren wir durch Kleinstädte in denen Geschäftsleute die Markisen ihrer Geschäfte einrollen müssen oder Wirte die Stühle und Tische auf ihrer Terrasse kurz zusammenrücken müssen damit der Dicke vorbeikommt . Eines fällt uns aber immer wieder auf . Jeder schaut Steyr fasziniert nach und niemand scheint von uns wirklich genervt zu sein (naja ausser all denen die hinter uns fahren bis ich ihnen Zeichen gebe dass freie Bahn zum überholen ist) .
Was noch immer wieder auffällt ist der ungebrochene Wille der Franzosen es ihren Autoritäten so richtig zu geben und sich an keine Gesetze und Bestimmungen zu halten . Als Steyrwomofahrer scheinen wir genau in diese „Outlaw“-Kategorie zu passen . Jeder der uns auf Steyr anspricht , aber am meisten Menschen älterer Generation , bemerken immer als erstes : „ Oh Mann , damit kommen sie aber überall hin wo sie niemand sehen kann“ . Dieses „Überallhinkommenkönnen“ scheint dem Franzosen sehr wichtig zu sein und bei einem Franzosen heisst überall hinkommen immer dasselbe :“ Überall Jagen und Fischen können“ ohne dass jemand dabei stört .
Eigentlich dachte ich immer die Deutschen wären die Jäger und Fischer Europas aber weit gefehlt , es sind eindeutig die Franzosen . In Deutschland habe ich oft erlebt , geht es sehr viel um Kultur und Tradition bei den genannten Sportarten , in Frankreich geht es um Leidenschaft und darum was Abends oder am Wochenende auf dem Teller liegt . Da braucht es keine Schickimicki Jagdbekleidung , kein Lodenhut mit fluorreszierendem Sicherheitsstreifen , kein Mercedes Geländewagen mit Stern als Zielerfassung auf der Haube , da braucht es nur Angel und/oder Flinte . Wenn den Jungs dann unterwegs ein Verbotsschild zu Augen und in die Quere kommt , wird es gnadenlos niedergeballert .
Wie fasst alle France Passion Destinationen war auch der Forellenmann nur sehr schwer zu finden . Oft gibt es nur vage Wegbeschreibungen und fast nie richtige Adressen . Bis auf eine der Destinationen haben wir am Ende immer alle nur per reinem Zufall gefunden . Ich schätze mal da steckt Absicht dahinter , so findet immer nur der harte Kern die Plätze und alles wäre gnadenlos überlaufen , das wäre nicht der Sinn der Sache . Mittlerweile steckt bei den Anfahrten und Suchen nach France Passion-Zielen auch ein wenig Instinkt dahinter . Wenn man meint auf der richtigen Spur zu sein muss man sich auch einfach mal trauen auf einen Waldweg oder sonstigen unbefestigten Weg abzubiegen , meist kommt man dann auch auf der richtigen Stelle an . Meist , aber längst nicht immer . Wir jedenfalls haben es bisher immer geschafft . (naja , gestern gaben wir uns mit dem Forellenmann zufrieden , weil wir vorher den Honigmann nicht gefunden haben) .
Der Forellenmann als Ausweichmöglichkeit stellte sich schnell als durchaus gelungen heraus . Der Platz befand sich in einem Tal mitten in einem ziemlich urigen Mischwald . Es gab eine riesige Forellenzüchtanlage mit verschiedenen Zuchtbecken und drei grossen Weihern von denen aber nur einer befischt werden durfte . Rundum diesen sassen ungefähr 20 Fischer die Bier tranken , Gauloises rauchten , Fluchten und dabei natürlich auch fischten . Ein buntgemischtes Völkchen . Ein paar Araber , ein Rastafari der auch rauchte aber eher einen Joint und natürlich ein paar waschechte Franzosen (es waren auch diese die andauernd fluchten) . Wir stellten uns auf einen freien Parkplatz und warteten bis die Fischerei ihre Tore schloss , danach konnten wir uns den Parkplatz aussuchen der uns am besten gefiel .
Die Forellenzüchterei hatte zweifelsfrei schon bessere Zeiten erlebt aber sie erfüllte ihre Zwecke . Rundherum lag , wie es sich in Frankreich gehört , reichlich viel Schrott und auch ein wenig Müll . Ein durstiger französischer Fischer fackelt nicht lange rum , wenn die Bierflasche leer ist fliegt sie halt in hohem Bogen durch die Luft und landet im Wald . Da wiederum lob ich mir meine gut erzogenen luxemburger Landsleute oder unsere sauberen deutschen Nachbarn , diese Art der Entsorgung haben wir schon vor mindestends einem Jahrzehnt hinter uns gelassen wenn nicht noch länger .Dem oft in solchen Situationen von Deutschen gehörten Ausruf :“ Also bei uns zu Haus gibt es das nicht „ , kann ich nur hinzufügen „und dem ist gut so“ . Die Nacht beim Forellenmann war sehr gut . Mein Bett war trocken , der Schlaf ruhig und entspannt , befreiend und den Stress der vergangenenWochen und Tagen wegwischend . Genau das was Rita und ich brauchten um abzuschalten und auszuspannen .
Nach dem üblichen ausgiebigen Frühstück auf dem Forellenhof machten wir uns wieder auf den Weg . Erste Tageshandlung wie immer und an jedem Tag , ein frisches Baguette kaufen . Es ist komisch aber luxemburger und deutsche Automobilclubs haben Schreckenswochenende auf den Strassen vorhergesagt aber Steyr’s begegnen unterwegs nie Verkehr oder Staus . Was findet Ihr nur alle an diesen Scheiss Autobahnen ? Am Samstag null Verkehr , am Sonntag null Verkehr . Wenn ich also so darüber nachdenke , dann finde ich Autobahnen doch toll , und die Autobahnfahrer sowieso , die sind dann von „unseren“ Strassen weg .
Dass wir vom Forellenhof weg sind war gut , ich habe gestern noch ein wenig den Fischern zugesehen wie sie mit ihren Fängen umgingen . Wenn jemand fertig mit Fischen ist und nach Hause aufbricht haut er dem Fisch eine auf die Rübe und der ist hin . Einigermassen „human“ und so sollte es sein . Andere hingegen nehmen die Fische aus der Räuse und lassen sie elendig ersticken und krepieren als wäre das der normalste Umgang mit der Beute . Ich find das zum Kotzen und würde so einem am liebsten eine reinhauen . Ich hab schon Jahre gebraucht bis ich mich an die üblichen Jagd und Fischpraktiken gewohnt habe . Ich fang meine Beute , erleg sie und gut iss . Muss ich sie denn vorher noch stundenlang hetzen und quälen ? Nein , muss niemand . Aber dennoch begegnet man immer wieder solchen Idioten .
Wir fuhren nach Besançon , der Zitadellenstadt . Das versprach anfangs interessant und spannend zu werden doch wurde es richtig Kotzlangweilig . Die Stadt war komplett Tod . Überall auf den Gehwegen und in den Hauseingängen lagen fast totgesoffene SDF’s , Berber , Clochards , Loubards oder wie Sie denn heissen oder im Volksmund genannt werden . In Besançon gibt es einige soziale Einrichtungen die sich um diese obdachlosen Menschen kümmern , deshalb gab es wahrscheinlich eine solche zahlenmässig hohe Ansammlung . Auf einer Brücke die die verschiedenen Stadteile miteinander verbindet hatten Afrikaner ihre Waren und Ramsch ausgelegt und boten dem „gros Mossiu“ wie Sie mich nannten den besten Preis an den ein Afrikaner je einem Dicken in Frankreich angeboten hat . Aber ich kaufe aus Prinzip keine afrikanischen Masken und sonstige Schnitzereien . Wer weiss was da womöglich für Flüche draufliegen könnten . Da hängt man sich so ein Ding in den Steyr und ist für den Rest seines Lebens mit einem Fluch belastet der einen nicht mehr loslässt . Da Lob ich mir meine Benediktusmedaille und meinen Herrn am Kreuz , da weiss man wenigstends was man hat .
Der Dicke war aber total uninspiriert und diese absolut langweilige Stadt aus aufeinandergetürmten Steinquadern (Vauban hatte auch schon mal bessere Tage) tötete jede Kauflust in mir obwohl ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den Afrikanern hatte . Ich schäme mich immer wenn ich irgendwo Schwarzafrikanern begegne weil ich immer das Gefühl habe dass sie mich und alle anderen Dicken dafür verantwortlich machen dass Ihre Landsleute ständig Hungersnöte erleben weil wir Ihnen alles wegfressen . Das hat mich wiedermal so fertiggemacht dass wir gleich um die Ecke zu Quick dem Hamburger Restaurant gingen und wieder zuschlugen . In Besançon hat die vaubansche Baukunst die uns Luxemburgern ebenso wie den Saarländern ja bestens bekannt ist in ihrer Geradlinigkeit und Zweckmässigkeit alles Leben unter sich begraben . Schaffen es Luxemburger und Deutsche dieser Architektur noch etwas stättischen Charme einzuhauchen , haben die Stadtverantwortlichen von Besançon total versagt .
Die Stadt wirkt auf uns äusserst ausladend und gibt uns nach unserer Wegfahrt nichtmal das Gefühl dass man sie je vermissen könnte . Wir haben vor Jahren für uns selbst eine Stadtversagerliste erstellt und in der führt nun Besançon knapp vor Freiburg das wir damals in Müllburg umgetauft hatten weil es überall nur nach Müll stank . An dritter Stelle steht Mulhouse . Zwei Sachen gefielen uns in Besançon dann doch . Etwas witziges und etwas was wir noch nie vorher gesehen haben . Über der Fahrbahn einer der zahlreichen Brücken in Besançon lag ein Fahrbahnbelag der funkelte als bestünde er aus lauter Diamanten . In Wahrheit wurden dem Asphalt Glassplitter untergemischt so als Test wie man Glas noch recyklieren könnte . Und dieses Glas liess den Asphalt bei Sonneneinstrahlung halt glänzen wie tausend funkelnde Sterne .
Das zweite und witzige war die kleine Marie . Marie fuhr mit Pappa Fahrrad im Park . Die Kleine war so um die 6 Jahre alt und hatte wohl erst gerade gelernt ohne ihre Stützrädchen Fahrrad zu fahren . Marie war noch recht wackelig auf ihren Rädern konnte aber eines perfekt und das war Bremsen . Pappa war so eine Art Späthippie der es nun zu etwas gebracht hatte und Er folgte seiner kleinen Marie dicht mit seinem megateuren Mountainbike . An Marie war ausser Haut und Haaren , alles Rosa . Rosa Fahrrad , rosa Röckchen , rosa Strümpfchen und Schühchen und eine kleine rosa Tasche über ihren Schultern wie es sich für eine feine französische Dame gehört . Plötzlich und ohne es vorher anzuzeigen bremste Kastanienlöckchen und Hippievater musste ebenfalls im letzten Moment bremsen und flog in hohem Boden über seinen Lenker und landete auf dem harten Parkboden . Die kleine Marie war überhaupt nicht erschrocken als Pappa neben ihr lag und sagte ganz unschuldig und besserwisserig : „Tu vois Pappa , on doit toujours faire attention et freiner quand on voit passer des autres Gens sur la route“. (Siehst Du Pappa man muss immer bremsen wenn man anderen Menschen auf der Strasse begegnet „.
Pappa rollte mit den Augen und konnte den kleinen Kulleraugen von Kastanienlöckchen nicht wiedersprechen , Sie hatte ja vollkommen recht , Er meinte nur sie solle vorher bescheid geben wenn Sie so abruppt bremst . Sie fuhren weiter doch ich sah schon von weitem das nächste Bremsunheil drohen und sah dem Spektakel gebannt entgegen . Auf dem Parkweg lagen Glasscherben und die Beiden fuhren darauf los . Kastanienlöckchen bekam immer sehr schnell ein Höllentempo drauf mit ihren kleinen Rädchen und mit ihrer Rücktrittbremse stand sie auch wieder genauso schnell . Und so lief es dann auch wieder . Marie sah das Unheil in Form von Scherben und machte Vollbremsung . Wie sollte es anders sein , Pappa flog ein zweites Mal vom Rad und hatte Glück im Unglück , diesmal flog Er seitlich vom Weg auf eine gepolsterte Wiese und nicht in die Scherben . Hippievater musste sich eine neue Taktik überlegen . Als wir an Ihnen vorbeigingen sass Er unter Schock immer noch mit der kleinen Marie auf der Wiese und die konnte nun ja überhaupt nicht verstehen warum Pappa andauernd mit seinem Rad umfiel , schliesslich machte Sie ja alles immer richtig .
Ich schlug Pappa vor ein Bremslicht bei Kastanienlöckchen anzubringen doch auch das quittierte Er mit rollenden Augen .
Ehe wir Kotzbesançon hinter uns liessen mussten wir noch 47 Vaubanstufen zu unserm Parking hinaufsteigen , das war wohl Vaubans Rache an uns wegen der Schadenfreude über Pappas Flüge und dafür weil wir Besançon nicht leiden konnten . Das war der einzige Vorteil von dieser Stadt , wir hatten viel Bewegung . Wir fuhren in Richtung einer weiteren France Passion Destination , der „Charette Bleue“ . Hier hat sich eine ausgewanderte belgische Familie auf die Züchtung und Wiederherstellung alter Eselsrassen spezialisiert . Sie fabrizieren in einer hochprofessionellen kleinen Werkstatt Kosmetikprodukte und Seifen in denen die Milch der Eselinnen ein hoher Bestandteil ist . Der ganze Ort , unser Standplatz vor dem Haus der Familie sowie die Tiere selbst verzauberten uns vom ersten Augenblick an . Diese Tiere haben Rita und mich schon immer fasziniert und nun konnten wir mit ihnen Kopf an Kopf einige Stunden leben und erleben . Diese Tiere sind so sanft und gutmütig und manchmal rufen Sie einen regelrecht zu sich wenn Ihnen nach Streicheleinheiten ist . Schon Jesus mass diesen Tieren eine besondere Wichtigkeit und Stellung zu , ist Er doch jedesmal zu religiös wichtigen Anlässen auf einem Esel angeritten .
Vielleicht werde ich auch deshalb seit jeher von meinem Freund Rosch dem Campingplatzbesitzer in der Drôme immer mit „décken Iësel“ (dicker Esel) angeredet . Wir liessen uns wie geagt von diesen Tieren verzaubern und verbrachten zwei Nächte auf dem Eselshof und diese zwei Nächte lagen wir unter ständigem Beschuss . Im Steyr kam des Nachts richtiges Militärfeeling zustande . Da sagt man immer die Franzosen wären ein armes Volk , aber was da am Vorabend und am Nationalfeiertag selbst in der Luft verballert wurde , war schon der Hammer und toppte das was man hier aus Luxemburg zu dieser Gelegenheit kennt um einiges . In unserer letzten Nacht auf der „Charette bleue“ knallte es während 4 Stunden ununterbrochen in der Ferne . Die 17 Esel und Eselinnen störten sich daran nicht . Auf dem Hof ist auch ein „Gîte de France“ , die Möglichkeit also in einem Gästezimmer zu übernachten und die Ferien zu verbringen . Das Gîte bestand aus einem modernen auf alt getrimmten Zirkuswagen der sehr idyllisch auf einer Wiese stand und recht gross war und mit allem Komfort ausgestattet ist .
Im Zirkuswagen wohnte zu dem Moment eine echte „Chty-Familie“ , also eine Familie aus dem hohen französischen Norden . Oppa , Omma und die kleine Enkellin . Oppa konnte sich nur noch in Zeitluppe bewegen und Er sah aus wie der alte „Charles de Gaulle“ . Wenn Er ansetzte etwas zu erzählen dauerte alleine das Luftholen schon so lange , dass alle um Ihn herum schon verschwunden oder bereits im Bett waren ehe Er das erste Wort von sich gab . Ich hätte gerne noch ein paar Worte mit Ihm gesprochen aber es blieb keine Zeit mehr . Einmal kam uns auch ein kleiner wilder Kater besuchen . Dieser kleine Tiger war so wild (naja er übte noch doch bemühte er sich redlich richtig böse zu sein) und verspielt dass ich mich lange mit ihm beschäftigt habe und rumgetollt bin . So lange habe ich mit ihm gespielt , rumgetollt , ihn herumgewirbelt bis er anfing zu kotzen . Aber dieses kleine wilde Ding war nicht kaputt zu kriegen .
Wenn ich ihm mal ein paar Momente Ruhe gönnte kam er von hinten angesprungen , riss mir meinen Strohhut vom Kopf , dann hing er wieder an meinem Hosenbein oder er griff Rita an und biss Ihr in den dicken Zeh . Kurzum wir hatten dort mächtig viel Spass und null Langweile . Das einzige Tier auf dem Hof das wir mieden wie die Pest war der Hund der Familie . Ein Neufundländer der stank wie zehn Säue . Er schwamm ständig irgendwo in irgendeiner Kloake rum und war ewig am tropfen . Man musste vor ihm auf der Hut sein doch verriet er sich meist durch seine nassen Pfotenspuren oder den triefenden knarzenden Gang und man musste sich gleich in Deckung bringen . Hatte man den Geruch , den Pesthauch des Todes einmal in der Nasenschleimhaut gespeichert wurde man ihn nicht mehr los .
Noch ein paar Worte über die Besitzer der „Charette bleue“ . Die Belgier sind vor gut 20 Jahren nach Frankreich ausgewandert und Betreiben nun ihr kleines Unternehmen im Jura . Er Ingeniör , sehr nett aber ein wenig zurückhaltend und sie , die treibende Kraft des ganzen . Altersmässig schwer einzuschätzen , aber wohl schon etwas weiter in den 40ern . Sie haben eine bereits erwachsene Tochter die in Namur lebt , den jungen Basil einen ungefähr zehnjährigen Sohn , und den kleinen 14 monatigen pausbäckigen Jules . Ich bewundere Frauen die weit in den 40ern noch den Mut haben ein Kind in die Welt zu setzen . So ein kleiner Jules bereichert die Welt und gut dass seine schöne Mutter den Mut ihn zu bekommen noch hatte . Bei der Familie lebte noch eine ältere Frau die ich anfangs für die Grossmutter hielt . Es war eine Bekannte die vor Jahren ihren Mann verloren hatte und die durch diesen schmerzlichen Verlust total unterging . Die Eselsfamilie hatte sich damals Ihrer angenommen und nun da sie wieder auf dem Damm ist , ist sie fester Bestandteil der Familie geworden und nicht mehr wegzudenken . Allein diese kleine Geschichte sagt über die Familie alles aus . Als wir dort abfuhren stand die ganze Familie an der Haustür um uns zu verabschieden . Sie winkten uns freundlich zu und hofften ebenso wie wir auch , dass wir uns nochmal wiedersehen . Als Gastgeschenk gab es am Morgen noch einen frischgewaschenen und eingepackten Salat den wir uns am Abend sehr gut schmecken liessen . ich habe mich mit sehr viel Seife dort eingedeckt und der Steyr riecht herrlich mit all den verschiedenen Düften . Wir waren also wieder unterwegs .
Auf unserer Fahrt zur nächsten Etappe fuhren wir , wie sollte es anders sein , mitten durch Lyon . Mitten in den Häuserschluchten und den allgegenwärtigen Elektrokabeln in Lyon verliess uns das Navi und es wurde sagen wir mal etwas hecktisch im Hause des Führers sorry Führerhaus . Einmal stand neben Steyr ein Motorradfahrer und klopfte an um nachzufragen wo die Reise hingeht aber als er die Hitze spürte die der Steyr seitlich der Fahrerkabine von sich gab war er schnell wieder weg ohne noch ein „Putain quelle chaleur“ von sich zu geben . Aber auch die navilose Durchfahrt von Lyon schafften wir ohne grössere Zwischenfälle und so rollten wir wieder der Landstrasse entgegen . Dort trafen wir endlich auf das worauf ich mich am meisten gefreut hatte . Sonnenblumenfelder .
Eines lag neben dem anderen und morgends wandten sich die Sonnenblumen noch scheu von uns ab , am späten Nachmittag jedoch konnten wir in die frischen wunderschönen Gesichter dieser glücksbringenden und wunderschönen Blumen schaun . Wieder und wieder fuhren wir mitten durch kleine Städte die Napoleon nicht mal mit einer 2CV hätte einnehmen können . Manchmal passte Steyr durch , manchmal ging es der einen oder anderen Platane an den Kragen aber durch kamen wir immer . Eines hatten unsere Durchfahrten in diesen engen Gassen aber immer gemeinsam , wir hielten uns nie an die Gewichtsbeschränkung und schalteten bei Verbotsschildern mit Gewichtsbeschränkungen einfach auf strohdumm und uneinsichtig . Die einzigen Schilder die ich allerdings niemals ignoriere sind Höhen und Breitenangaben denn da kann es manchmal ganz schön fickerig werden . Aber was solls schliesslich waren wir in Frankreich und was gelten in dem Land schon solche Verbotsschilder . Immer und immer wieder fuhren an solchen Nadelöhren Gendarmen oder Polizisten an uns vorbei , schauten uns an , nach und ausser komischen Blicken gab es nie auch nur die kleinste Geste eine Missfallens .
Nachdem wir wieder so einen Engpass durchfuhren ging es über einen holperigen Weg weiter zu einem Weinhändler und seiner Frace Passion-Adresse . Wie immer schlechte Wegbeschreibung aber doch trafen wir plötzlich auf ein Schild das uns die etwaige Richtung anzeigte , aber zu spät , mitten in einer Kurve , zu viel Autos zu dicht hinter uns und keine Möglichkeit zu bremsen . Ich startete kurz durch und drehte bei nächster Gelegenheit um . Wieder beim Schild angekommen stand dort ein kleiner Mercedes A-Klasse neben dem ein recht adretter und schöner Franzose stand der uns zu sich winkte . Ich bog ein und blieb neben Ihm stehen . „Ob wir die wären die eben angerufen hätten?“ . Nein sagte Rita , wir würden nur rumfahren und das Haus eines Weinhändlers suchen wo wir gedenken einen Standplatz für einen Abend zu finden . Jaja , da wären wir richtig , er wäre der Weinhändler und hätte sich schon gedacht dass wir Ihn suchen . Na mächtig eingebildet ist unser schöner Laurent ja nicht , dass Der sofort meint jedes Womo das durch sein Dorf fährt müsste gerade Ihn suchen . Aber Er hatte ja recht und so folgten wir Ihm zu seinem Standplatz .
Der bestand aus einer herrlich grossen beschatteten Wiese inmitten eines Waldes der am Rande gesäumt war von jungen Akazien einem meiner absoluten Lieblingsbäume (ich habe rundum mein Haus gut 20 davon gepflanzt die mittlerweile schon zehn meter hoch sind) . Laurent erklärte uns dass Er uns unten im Dorf schon sah als wir durch die enge Gasse fuhren , Er kam gerade vom Arzt und stand in der Dorfapotheke als wir vorbeifuhren . Er erklärte uns dass Er sich ein wenig erkältet hatte und seine Stimme ein wenig rauh klingen würde . Aber wir waren einhellig der Meinung Er wäre ein wenig wehleidig eben typisch für so einen Schönling . Laurent war wirklich so ein richtiger Franzose . Gross , schlank , braune Augen , schwarze Haare mit Seitenscheitel einem netten Grinsen und ziemlich witzig . Rita die ja fast immer recht einfühlsam und als die geborene Diplomatin auftritt entgegnete Laurent als der gerade die Einladung in seinen Weinkeller und die Besichtigung seines uralten gewölbten Kellers ausprach , dass wir eigentlich überhaupt keine Weintrinker wären an seinem Keller wären wir auch nicht sonderlich interessiert , sie ging wie gesagt recht diplomatisch vor und fügte gleich mit an dass uns nur sein Standplatz interessieren würde . Als Laurent dann noch einmal von seiner schrecklichen Erkältung zu erzählen begann springt Rita mit einer leicht hysterischen aber witzig gemeinten Geste hinter die geöffnete Steyrtür und fragte mit einem gespielten Entsetzen ob Er denn ansteckend wäre . Wie schon gesagt , Laurent war ein recht humorvoller Mensch und fing an zu lachen , wiederholte nochmal seine Einladung für 20:30 und machte sich von dannen .
Ich schlug Rita vor Ihm bei der nächsten Begegnung doch einmal in die Eier zu treten denn das wäre heute der einzige Schmerz den Sie Ihm nicht zugefügt hätte . Ritas Ehrlichkeit und Geradlinigkeit schätze ich seit ich Sie kenne , aber manchmal wäre es besser sie für sich zu behalten . Ich meine welch schlimmeres Verbrechen gäbe es als einem Weinhändler und Produzenten zu sagen man möge seinen Wein nicht oder Ihm zu sagen dass man an seinem schönen gewölbten Keller , auf den Er doch so stolz war , kein Interesse hätte . Das musste am Abend wieder gutgemacht werden , für mich eine echte Herausforderung . Doch so wie der schöne Laurent Rita die ganze Zeit angeschaut und angegrinst hatten schien Er nicht sonderlich nachtragend zu sein . Manchmal sogar hatte ich das Gefühl dass das einzige was Laurent’s Blick auf Rita trübte , meine Anwesenheit war . Nach einem üppigen Essen machten wir uns auf den Weg zu Laurent’s Weinkeller .
Mittlerweile hatten sich noch zwei Womos auf der Wiese eingefunden . Ein Franzose und ein Belgier . Der Franzose mit Frau und Kind und ohne jegliches Interesse an Laurents Wein und der Belgier mit seiner Frau ihres Zeichens Flamen also holländischsprechende belgische Königsverräter . Der Belgier und seine Frau stellten sich mit ihrem Womo fast auf einen Meter neben die Franzosen . Das muss man sich mal vorstellen . Eine Wiese von gut einem halben Hecktar Grösse auf der weit ab vom Weg unter der schönsten Akazie der Dicke steht und direkt neben dem Weg , wie es sich für die „weissen“ Angsthasen gehört , der Franzose . Also hätte der Belgier noch fast die ganze Wiese als Stellmöglichkeit gehabt und was macht er , er stellt sich neben den Weissen . Das muss wohl der Herdentrieb sein , wo ein Womo steht , stehen plötzlich ein paar dutzend dicht an dicht nebeneinander , das haben wir auf der weiteren Fahrt später noch oft so erleben können .
Sei’s drum , die Flamen gingen zusammen mit Rita und mir zur Weinprobe und nachdem was der Flame schon unterwegs dorthin von sich gab versprach dieser Abend recht lustig zu werden . Der gute Laurent hatte sich vorsorglich , da Er ja soooo krank war , eine dicke Jacke übergezogen weil es in seinem gewölbten Keller wohl recht kühl war . Der Flame der wie mein Vater oft zu sagen pflegte „sich gerne selber reden hörte“ plapperte ununterbrochen dabei ständig betonent dass sein Französisch recht schlecht wäre . Na ich dachte die ganze Zeit „warum hällt er denn nicht einfach „sei Gosch’n“ . Es ist schon ein Hohn dass ein Belgier , der aus einem frankophonen Land stammt eine seiner eigenen Landessprachen nicht anständig sprechen kann , das symbolisiert in einem Mal den ganzen Streit der dieses Land langsam Stück für Stück zerstört .
Dem Flamen fiel ständig etwas Neues ein und Er musste es unter die Gesellschaft bringen ob’s einen interessierte oder nicht schien zweitrangig . Fiel Ihm mal ein paar Minuten nichts ein nutzte Er diese Zeit um sich irgendeinen neuen Schwachsinn auszudenken . Aber so langsam freundete ich mich mit Ihm an und so war Ritas und mein Schicksal für diesen Abend besiegelt . Denn , fand der Flame auf französisch nicht die richtigen Worte wendete Er sich an Rita oder zu mir um und fragte auf Deutsch nach und wir konnten dann übersetzen . Der Flame war ein sogenannter „Connaisseur“ Er verkaufte sich recht gut als Weinkenner , als einer jener die sich selbst für einen Weinspezialisten halten sich aber bei den Weinproben meist nur am Preis des Weines orientieren und einen hohen Preis immer mit hoher Qualität und feinstem Geschmack gleichsetzen .
Er fachsimpelte mit Laurent und gab dabei alle seine Kenntnisse preis . Nur blöd dass alles was Er von sich gab von Laurent sofort wiederlegt werden konnte . Der Flame witterte seine Chance endlich mal was gescheites von sich geben zu können . Der schöne Laurent erzählte uns von seinem „Saint Joseph“ der aus zwei verschiedenen Trauben gekeltert und zusammen gemischt wird . Der heilige Josef war einer seiner teuersten Weine . Der Flame war sofort vom Josef begeistert und dieser Wein zu 26 Euro die Flasche schien für Ihn genau das Richtige . Er orderte gleich mal eine ganze Kiste davon . Laurent schaute mich an und wollte meinen Rat zum Sankt Josef hören . Erst wollte ich freundlich sein doch dann war ich ehrlich . „Sorry mir schmeckt dieser Wein überhaupt nicht , der ist viel zu sauer und hat bei mir einen bitteren Nachgeschmack „.
Laurent musste lachen , Ihm schien es wichtiger zu sein einmal den Rat von Jemandem zu hören der seine Weinunschuld noch hatte und sich weintechnisch für nicht so wichtig hielt . Ich erklärte Laurent , so wie Er es von mir forderte , was ich bei jedem einzelnen Wein schmeckte und roch , zudem gab ich sofort meine Meinung preis bei welchem Essen ich den einen oder anderen Wein servieren würde oder welchen Wein ich nicht essenstechnisch einordnen konnte und vorschlug ihn einfach so auf der Terasse bei Kerzenschein zu geniessen . Dann musste Laurent wieder lachen als ich mich weigerte jeden Wein den Er mir zur Probe vorsetzte anschliessend in den Kübel auf dem Tisch zu spucken . Laurent setzte mir Weine vor die nach Vanille schmeckten dann wieder schmeckte und roch ich Himbeere oder verschiedene Waldfrüchte .
Der Flame schmeckte nur Wein und den Preis . Am besten schmeckte mir ein Weisser , der „Roussanne“ , ein Roter und ein Rosé , aber der Weisse war definitiv der Beste . Dann erzählte Laurent uns von einer Traube die Er selbst anbaut aus der Er je nach länge der Fermentation , Weissen , Rosé oder sogar roten Wein herstellen kann . Die Traube hat eine rote Schale aber weisses Fruchtfleisch . So , nun hatte die Stunde des Flamen geschlagen , Er lief zu seiner Höchstform auf und die gipfelte in der Feststellung dass seiner Meinung nach weisser Wein im normalen aber immer aus der grünen Traube gewonnen würde bis eben auf die ebengenannte Ausnahme . Als Laurent schelmisch grinsend nickte und diese Feststellung bejahte begannen beim Flamen seine „Weineier“ wieder zu wachsen und seine schon recht beschickerte Frau sah Ihn bewundernd an und die Connaisseurwelt des Flamen war wieder total in Ordnung .
Mit zunehmendem Alkoholgehalt im Blut wurde das Pröbeln noch lustiger und der Flame liess weiterhin keine einzige Gelegenheit aus sich noch lächerlicher zu machen . Ich sprach Laurent auf diese Gummikappen an die auf den Flaschen waren und die jedesmal einen Zischlaut von sich gaben wenn Er eine Flasche aufmachte . Laurent zeigte mir eine kleine Pumpe . Zuerst setzte Er so eine Gummikappe auf die Flasche , dann pumpte Er ein paarmal und ein Vakuum entstand in der Flasche . Auf diese Weise hält der Wein länger bei geöffneter Flasche wenn er nicht sofort aufgebracht wird . Nun erzählte der Flame dass Er zu Hause auch so eine Pumpe hätte aber die hätte noch nie funktioniert , von Anfang an nicht . Mit weit ausladenden Bewegungen führte er vor wie Er das Ding benutzt hatte und fügte dann in seinem schlechten Französisch hinzu „ Fonkzionn paaa , merde , pour la poubelle“.
Laurent führte die Funktionsweise des ganzen noch einmal vor und der Flame wunderte sich dass Er dafür jedesmal einen Gummistopfen auf die Flasche setzte . „Ah , das geht gut mit den Gummistopfen , so welche hatte ich aber nie dabei“ , meinte Er . Laurent nahm aus dem Regal eine nagelneue noch original verpackte Pumpe und öffnete die Verpackung . Er entnahm die Pumpe inklusive zweier Stopfen und hielt sie dem Flamen hin . Laurent scherzte und meinte der Flame hätte die Stopfen sofort weggeschmissen um den geöffneten Wein immer gleich austrinken zu können . „Nein“ , beschwor der Flame , „da waren nie solche Stopfen drin , ganz sicher , ich hab dann immer den normalen Korkstopfen draufgesetzt und wie verrückt gepumpt dann hat es gezischt aber das Vakuum hielt nie „. Wieder machte Er bei seinen Erklärungen diese wilden Pumpbewegungen nach und wir lagen fast alle auf dem Boden vor lauter Lachen und konnten nicht mehr . Ehe das ganze für den Flamen noch peinlicher wurde bot ich dem Flamen eine plausible Erklärung an die Er auch gerne entgegennahm .
Manchmal würden in den Geschäften einfach Verpackungen aufgemacht und die Kunden bedienten sich um die Sachen zu entnehmen die sie bräuchten . Die Verpackungen werden dann wieder geschlossen und ins Regal gelegt und ein argloser Kunde kauft dann etwas neues bei dem schon die Hälfte fehlt . „Genau „ , sagte der Flame , „so wird es gewesen sein und ich bin also nicht der doofe Flame der die Pumpe nicht bedienen kann „ , sagte Er erleichtert und wir mussten wieder gemeinsam lachen . Laurent zauberte weitere selbstgemachte Leckereien aus verschiedenen Ecken seines Mittelalterkellers . Aus einem riesigen Glas in der Ecke entnahm Er etwas das auf den ersten Blick aussah wie ein getrockneter Stierpenis . Das Ding staubte wie verrückt und Er klopfte es mehrere Male gegen die Tischkante und um den letzten Staub zu entfernen bürstete Er das Ding noch mit einer Naturbürste ab . Er legte es auf den Tisch und schnitt es in Scheiben . „Voila“ , sagte Er stolz , „meine selbstgemachte Schweinesalami , ein reines biologisches Naturprodukt , von mir gefertigt dann luftgetrocknet und in Holzasche eingelegt . Sie besteht aus nicht ganz feingemahlenem Schweinefleisch aus eigener Züchtung und hausgeschlachtet , Knoblauch , verschiedenen Kräutern und einem Schuss Tequilla .“ Ich schwörs , eine solche Wurst hab ich in meinem Leben noch nie gegessen ich musste mich dermassen zusammenreissen um das Ding nicht bis zum letzten Staubstückchen zu verputzen .
Laurent öffnete weitere Gläser , eines mit selbstgemachtem Leberpatée und eines mit gepöckelten und eingeweckten Schweinerippchen . Rita und ich liessen uns von diesen kulinarischen Fleischleckereien verzaubern , probten weiter den Wein und schlugen uns wieder Fleischleckereien hinein . Wir verschmähten nur eines , Laurent’s labbriges Brot aber damit schien Laurent recht gut leben zu können . Zu später Stunde geben wir dann auf . Satt und torkelnd begeben wir uns zum Steyr . Rita begibt sich gleich zu Bett und ich setz mich noch vor den Steyr und schreib die ganzen Eindrücke des heutigen Tages auf . Ich genoss es noch ein paar Minuten allein vor dem Steyr zu sitzen und das ganze Geschehen Revue passieren zu lassen doch plötzlich kommen Flame und Flämin um die Ecke .
Flämin konnte sich nur noch mit Mühe auf den Beinen halten und verschwand sofort im Womo aber Flame gab sich noch lange nicht geschlagen denn nun begann das was sich in meinen Erinnerungen als die Nacht des Schepperns , Zischens und Dampfens festbrannte . Flame stellte den Gasgrill mit Riesendeckel auf zündete in an und legte sogleich Unmengen an Fleisch drauf . Ich weiss nicht genau was Er auf den Grill legte aber es machte einen Höllenlärm . Es zischte und sprudelte und dampfte wie verrückt . Da ich keinen solchen „Mädchengrill“ benutze und keine Ahnung habe wie so ein Teil beim grillen klingen muss sagte ich mir „der Flame wird schon wissen was Er tut und wie lange Er das Teil alleine lassen kann ehe Er sich wieder darum kümmert“ . Während das Teil immer schrägere Töne von sich gab und in meiner Vorstellung und Empfindung sekündlich zu explodieren drohte fing er gemütlich pfeiffend an sein Womo in den Aussenstaufächern komplett auszuräumen und umzupacken .
Er hatte in mehreren Gängen den Wein von Laurent Kistenweise herangeschleppt und versuchte nun alles fachgerecht zu verstauen . Dies alles ging auch nicht gerade leise vonstatten und so kam eine ansehnliche Geräuschkulisse zustande . Mich hätte wirklich interessiert was wohl die Franzosen nebenan im Womo gedacht haben . Ein paarmal sah ich die Fensterjalousien von Ihrem Womo auf und ab gehen doch Sie konnten sich wohl keinen Reim auf diese horrende Geräuschszenerie machen die gerade neben Ihnen im Dunkeln ablief . Der Flame lief zur höchstform auf . Zack hing Er mit seinem Oberkörper in einer der Stauklappen und schob Weinkiste um Weinkiste von einer Ecke in die andere , Boing raste er wieder zum Grill aus dem mittlerweile von Zeit zu Zeit eine meterhohe Flamme schlug aber auch das schien Ihn nicht sonderlich zu beunruhigen . Nun sprang Er hin und her wie ein quirliges Männchen in einem Zeichentrickfilm .
Ich sass immer noch beim Steyr , schrieb weiterhin die Geschichten (soweit dies in der Dunkelheit noch möglich war) desselben Tages nieder und versuchte ja kein Detail auszulassen . Ich genehmigte mir noch einige Schlucke meines Scheibl „Finesse“ Mirabelle um den Geschmack von dem vielen Wein wegzubekommen . Flame , ich konnte es aus Augenwinkel beobachten , gierte rüber auf meinen „Brand“ , aber ich wäre eher gestorben als dieses göttliche Gesöff in der Kehle des Flamen versiegen zu sehen . Nicht dass ich wirklich etwas gegen die Flamen an sich hätte , aber dieser abgrundtief dumme Nationalitätenstreit innerhalb eines Volkes der zur Zeit ganz Belgien spaltet und dieses Land in die Absurdität treibt ärgert mich dermassen dass sich meine Liebe zu den Belgiern momentan absolut in Grenzen hält und ich diese Einfältigkeit nicht auch noch mit meinem besten „Brand“ begiesse . Momentan können die Belgier mir schlicht und einfach gestohlen bleiben .
Am Morgen als wir aufwachten waren die Flamen weg und nur ihre Reifenspuren hinterliessen einen tiefen Eindruck . Ich besuchte am Morgen noch kurz Laurent um meine 6 Flaschen Wein und eine Flasche Olivenöl zu kaufen . Auf dem Hof war niemand zusehn oder zu finden , eine Klingel an der Haustür gabs nicht und so steckte ich meinen Kopf durch die geöffnete Eingangstür und versuchte jemanden zu finden . Ich hörte nichts , ich gab ein paar Laute von mir doch auch das schien auf taube Ohren zu treffen . Ich stand im Flur des Hauses , drehte mich um und sah Laurents zierliche Frau die mit ihrem Baby auf dem Sofa sass und die Kleine gerade stillte . Ein rührende Szene die mich ein wenig genierte die die junge Mutter jedoch absolut gelassen hinnahm und mich freundlich grüsste . Ob ich ihren Mann suchte fragte Sie mich . Ich bejahte und sie rief nach Ihrem Laurent der dann auch sofort antwortete .
Laurent kam die Treppe hinunter gefedert und hatte sein übliches freundliches Lachen aufgesetzt . Schön mal einen Mann kennenzulernen der immer freundlich und gutgelaunt erscheint und dann noch eine echte Augenweide ist . Laurent fragte neugierig und gespannt für welchen der Weine ich mich denn entschlossen hätte . Er wusste noch ganz genau bei welchem Wein ich schwach wurde und welcher mir am besten geschmeckt hatte . Ich sagte Ihm dass mir drei seiner Weine gut geschmeckt hätten aber anstatt jetzt von jedem nur zwei Flaschen mitzunehmen hätte ich mich entschlossen 6 Flaschen von dem weissen „Roussanne“ zu nehmen der mein absoluter Favorit sei . Laurent fand diese Entscheidung sehr gut . Zum einen weil es ein Wein aus seiner eigenen Produktion war zum anderen weil ich an 6 Flaschen einer Sorte die mir gut schmeckte länger Spass hätte . Wir verabschiedeten uns gegenseitig und machten noch ein paar Scherze über den pumpenden Flamen und ich kehrte zum Steyr zurück um uns sogleich auf den Weg in die Drôme zu machen . Fortsetzung folgt .
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blueranger
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Wirklich nette Geschichte, Larry!
Leider wirst du vermutlich aber das übliche Problem damit haben:
Kein Mensch liest mehr noch so lange Geschichten, die wollen alle nur noch 3 Sätze und dafür aber 125 Bilder.
Dann heißt es in Foren normalerweise: Toller Reisebericht!
Schade eigentlich, aber kann man wohl nix machen ...
Vielleicht solltest du dich mit der Story mal an ein einschlägiges Magazin wenden ...
Gruß BlueRanger
P.S.: Fahren in Kürze auch durch die Gegend. Werd auf deinen Bericht zurückkommen. Danke vielmals!
Leider wirst du vermutlich aber das übliche Problem damit haben:
Kein Mensch liest mehr noch so lange Geschichten, die wollen alle nur noch 3 Sätze und dafür aber 125 Bilder.
Dann heißt es in Foren normalerweise: Toller Reisebericht!
Schade eigentlich, aber kann man wohl nix machen ...
Vielleicht solltest du dich mit der Story mal an ein einschlägiges Magazin wenden ...
Gruß BlueRanger
P.S.: Fahren in Kürze auch durch die Gegend. Werd auf deinen Bericht zurückkommen. Danke vielmals!
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Ich selbst freue mich immer sehr wenn mich jemand mit einem gutgeschriebenen Reisebericht an seinen Erlebnissen teilhaben lässt und denke immer "wer das nicht liest ist selber Schuld" .
Eine Digicam gegen ein Motiv halten und automatisch knipsen lassen kann jeder und es gibt kein Foto von irgendetwas was nicht schon im Netz veröffentlicht wurde .
Die Bilder die bei einer guten Geschichte im Kopf entstehen kann niemand mit der Kamera festhalten . Also nur Mut und immer schön mitlesen .
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Das kann ich erst morgen lesen. Dazu bin ich nicht mehr aufnahmefähig genung 
Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
Johann Wolfgang von Goethe
Wenn es ganz still wird, beginnen die Dinge zu sprechen.
Ernst Jünger
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Nun waren wir also nach „La Roche sur Grâne“ unterwegs . Umringt von Lavendel , Sonnenblumen und Knoblauchfeldern fühlten wir uns wie Gott in Frankreich und es war klar zu erkennen dass auch der Allmächtige wohl ein Frankreichfan ist . Kurz vor unserer Ankunft auf der „Magerie“ dem CP von unseren alten Nachbarn und Freunden Rosch und Pierette die diesen Platz vor gut 15 Jahren übernommen und weiter ausgebaut haben , fuhren wir noch eine „Aire de Service“ an . Wie immer sehr gut versteckt aber sauber und wie immer und fast üblich in Frankreich , umsonst . Plötzlich stand Er vor uns , der Marokkomann . Braungebrannt , mit Narben übersät von denen jede einzelne von einem bewegten und abenteuerlichen Leben erzählt , trotz seines Alters mit vollem gekrausten schneeweissen Haar und ebensolchem weissen Schnurrbart . Die üblichen rauhen selbstgestochenen Tätowierungen durften natürlich bei diesem verwegenen Menschen auch nicht fehlen . Unnötig zu erwähnen dass Er wie fast alle älteren Abenteurer denen wir mit ihren protzigen „Rapido’s“ in Rente und auf ewiger Fahrt begegneten , ein ehemaliger „Routier“ also ein Fernfahrer ist . Obwohl deren fette Rapidos wie eben schon erwähnt recht protzig sind ist uns kein einziger dieser Routiers unsympathisch rübergekommen . Lauter „tough guys“ also rauhe zähe Kerle die man in der Not immer gerne um sich hätte und auf die man sich hundertprozent verlassen kann .
Den Marokkomann interessierte wo wir herkamen und wo die Reise hingehen sollte und war am Steyr interessiert den Er gerne besichtigen wollte was ich Ihm auch direkt anbot und Er dankend entgegennahm . Ich erklärte Ihm alles was Er wissen wollte da ich selbst ein recht neugieriger Mensch bin der an allem interessiert ist und gerne „rumschnüffelt“ und erzählt und erklärt bekommt . Ich animierte den Marokkomann auch gleich etwas von sich preiszugeben und musste Ihn darum nicht lange bitten . Er legte sofort los . Seit Jahren fährt Er mit seiner schon älteren aber sehr atraktiven blonden Frau die im Hintergrund im Bikini ihren süssen , immer noch schön festen Älterefrauenbauch der immer noch recht vorzeigbar ist ungeniert preisgab , nach Marokko . Ich sagte Ihm dass ich ein Angsthase wäre und mich nicht nach Afrika trauen würde . Oh nein , sagte Er , er hätte dort schon weit über 30000 Kilometer abgespult in mehreren Jahren und es wäre sogar Ihm als unbeliebtem Franzosen , dort noch kein Leid geschehen .
„Un Moment“ meinte Er und verschwand kurz um gleich wieder zu erscheinen . In seinen Händen hielt Er eine alte abgewetzte Landkarte von Marokko und breitete diese vor Rita und mir aus . Ich hielt die Karte an der rechten Flanke und so konnte Er uns mit seinem rechten Zeigefinger alle farbig eingezeichneten Routen , die Er schon befuhr , genau zeigen und erklären . Er hatte die verschiedenen Routen alle schon mit seiner Frau und Hundchen abgefahren , konnte erklären wo man stehen kann und wo lieber nicht , wo man allein fahren kann und wo lieber im Konvoi mit anderen , wo man noch bedenkenlos fahren kann , wo die verschiedenen Regierungen Sicherheit garantieren , wo man auf sich selbst gestellt ist und einem von höchster ofizieller Seite abgeraten wird . Er kannte jeden CP inklusive Besitzer , wusste wo der beste Fisch zu fischen war und wo der schönste Standplatz am Strand gefunden werden konnte . Ich fragte Ihn noch ob Er denn viel am Rapido geändert hätte um diesen Marokkotauglich zu machen . Spezieller Luftfilter , verstärkte Federn , spezielle Bereifung usw. . Er lachte und meinte dass sowas nur für die reichen „Westler“ sein müsste die immer und alles zweihundertprozent sicher haben wollen .
Ich hätte ja bestimmt schon Bilder von afrikanischen Strassen gesehen und ob mir dabei aufgefallen wäre mit was sich die Afrikaner dort normalerweise bewegten ? Ich dachte kurz nach und musste mir eingestehen dass ich auf all den Fernsehbildern in meinem Kopf sah dass sich die Afrikaner fast ausschliesslich mit den Autos fortbewegten die uns Europäern nicht mehr gut genug sind . Alte Peugeots , alte Mercedes die unseren Tüv und Abgasgesetzen zum Opfer wurden . Genau , sagte der Marokkomann , die fahren damit noch hunderttausende Kilometer während wir alle spezielle Sandfilter verbauen . Sein Rapido sei original , wie vom Werk , Er würde ledigliche einen „Bas de Femme“ also eine Frauenstrumpfhose natürlich eine gebrauchte , über den Luftfilter stülpen und fertig .
Es war schade , Marokkomann wurde von seiner Frau zum Essen gerufen und Er verschwand uns noch zuwinkend und alles Gute wünschend unter der Markise seines Rapido .
Diese Geschichte und diese Bekanntschaften sind das was die Fahrten mit dem Steyr so reich macht . Steyr zieht an wie ein Magnet und nicht nur Erwachsene . An der Servicestelle auf der wir auf den Marokkomann trafen gab es auch einen Sportplatz inklusive einem abgetrennten grossen Areal mit einem Spielplatz und einer kleinen zu allen Seiten offenen überdachten Halle in der gerade unter sehr heftigem Lärm Kleinkinder mit ihren Betreuerinnen zu Mittag assen . Nach dem Essen sprangen alle auf und liefen , na wohin wohl , zum Steyr hin und drückten sich ihre kleinen Nasen am Zaun platt um den Dicken beim Wasserbunkern und entsorgen zu beobachten . Sofort begannen sie zu plappern und Fragen zu stellen . „Vous êtes des Militaires“ fragte einer der kleinen Vorwitzigen (seid ihr vom Militär) ? Ich sagte natürlich ja und alle waren beeindruckt . Die Kinder waren alle so im Alter von 5-7 Jahren . Rita , die es nicht mag wenn Kinder verarscht werden , veneinte die Frage natürlich aber das nützte nun überhaupt nichts mehr . In den Augen der Kinder schien so ein dicker Steyrfahrer der mit Schlauch und Chemieklo hantierte geradezu prädestiniert ein Kriegsheld zu sein und es war Ihnen sofort klar wer hier die grössere Autorität besass und das war aus Ihrer Sicht wohl nicht die Frau als Beifahrer , sondern eben Ihr Kriegsheld der so beschäftigt tat , alles im Griff zu haben schien und bei Ankunft hinter dem Steuer sass. (wie gut dass die den alten verwirrten Mann noch nie erlebt hatten der 6mal am Tag nach seiner Brille sucht manchmal die Hosenträger vergisst und dem dann plötzlich und unerwartet die Hose vom Hintern rutscht , der manchmal irgendwo hinfährt und bei Ankunft längst vergessen hat warum eigentlich usw. usf. )
Da Rita das mit dem Militär wohl zu verbergen versuchte stieg unser Ansehen wohl noch stärker da sie uns jetzt in geheimer Mission glaubten . Eines der Kinder das uns zuerst erzählte dass es gestern von der wohl dicksten Zecke auf der ganzen Welt gebissen wurde , erzählte uns weiter dass ihr Papa auch so ein dickes Wohnmobil hatte aber nun sei es „cassé“ also kaputt . Warum es „cassé“ sei konnte es mir aber nicht mehr erzählen aber seinem Gesicht war zu entnehmen dass es wohl schöne Erinnerungen damit verband .Eine der schönen jungen Betreuerinnen kam kurz vorbei um nachzusehn was für welche wir seien und ob etwaige Bedrohung von uns ausgehen könnte , aber Sie schätzte die Situation als eher harmlos ein und nutzte unser Beschäftigen mit den Kindern um einen kurzen Moment auszuspannen und zu verschnauffen obwohl sie ein kleines Mädchen auf ihren Armen trug das gerade eingeschlafen war .
Die Kleinkinder plapperten munter drauf los und alle hatten ihre eigene kleine Geschichte zu erzählen . Ein paar der jüngsten , Jungs und Mädels , schauten einfach nur traurig durch das Maschengitter hindurch und genau dieser Blick war es auch immer den ich vor Augen hatte wenn ich mir vorstellte wie es meinen Kindern gehen würde hätte ich sie auch so früh zur KITA gebracht und ich wäre nicht Hausmann geworden . Natürlich ist mir bewusst dass es auch glückliche Kitakinder und Kitaeltern gibt aber mir waren meine Kinder mit dem üblichen Elternanteil halt lieber . Wir verliessen die lustigen und traurigen Kinder , den Marokkomann denn Rita gab den Marschbefehl , ungewöhnlich und betont leise und rücksichtnehmend um meine bei den Kindern erlangte militärische Autorität ja nicht zu untergraben oder in Frage zu stellen .
Dem ersten Schild dem wir nach unserer Wegfahrt vom Platz begegneten war der wohlklingende Name „La Roche sur Grane“ zu entnehmen . Wir waren also fast angekommen , aber nur fast denn Navi beordete uns auf einen „Fahrradweg“ in leicht anderer Richtung als Schild . „Trau Dich und nimm den vorgeschlagenen Weg „ , meinte Rita und ich folgte natürlich ihren Worten . Es war wieder so ein Ritanaviantisteyrweg und wie sich auf den Schildern herausstellte ein neuangelegter Zufahrtsweg zur TGV-Strecke die überall entlang der TGV-Trasse zu finden sind um den Rettungskräften den ungehinderten Zugang zu etwaigen Unfallplätzen zu sichern . Der Weg war gerade so Lastwagenspurbreit und wie es sich gehört links und rechts mit Abwassergraben gesäumt um ja nicht ausweichen zu können bei Gegenverkehr (den es aber Gott sei dank überhaupt nicht gab) .Das einzige Leben dem wir unterwegs begegneten erinnerte mich an die Bilder von mexikanischen Saisonarbeitern die auf texanischen oder kalifornischen Feldern ausgebeutet und halbversklavt für ein paar Dollars schuften müssen .
Am Rand eines Feldes parkten ein Renault Traffic und ein Mercedes Vito vor denen aufgeplustert die Herren standen und miteinander klönten während sich dutzende Erntehelfer in der sengenden Sonne bückten und Knoblauchknollen aus dem Boden wuchteten . Es war bestimmt alles anders aber so stellten sich mir die Bilder bei der Vorbeifahrt dar und entwickelten sich in meinem Kopf weiter ohne mein Zutun und meine sonst üblichen Vorurteile . Nach einer halben Stund Fahrt kamen wir wieder auf die Landstrasse die uns mit Sicherheit auch schon eine halbe Stunde vorher begegnet wäre , wären wir dem normalen Schild gefolgt . Egal , wir standen vor dem Ortsschild und waren angekommen . Weiter rechts gab es auch das Schild „La Magerie“ . Bei der Auffahrt Richtung Magerie war sofort Rosch und Pierettes Stempel zu erkennen den Sie beide schon vor vielen Jahren Ihrer Umgebung in Luxemburg aufdrückten . Alles Grün , überall Hecken , Bäume und das übliche Bohlerchaos wie ich es mag und wie ich es mir schon vor fast dreissig Jahren in Luxemburg als Beispiel und Vorbild für meine eigenes privates Chaos nahm . Ich parkte den Steyr seitlich des CP bei der Einfahrt und wir stiegen aus um zum Empfang zu gehen . Die Männer vom CP sassen mit Rosch in dessen altem Gewölbe , dem ausgebauten Keller des ehemaligen alten Gehöfts und schauten „Tour de France“ . Ich begrüsste sie freundlich mit „Typisch , sitzen die alten Männer den ganzen Tag beim schönsten Wetter vor der Glotze“ . Rosch drehte sich , erstaunt seine ehemalige Landessprache zu hören , zu mir um und begrüsste mich so ähnlich wie Er mich vor 15 Jahren verabschiedet hatte : „ Ah der dicke Esel aus Luxemburg ist endlich angekommen „ . Allein dass ich immer noch denselben Spitznamen bei Ihm trug ehrte mich und wäre dem nicht so gewesen , es hätte mir richtig was gefehlt .
Den Marokkomann interessierte wo wir herkamen und wo die Reise hingehen sollte und war am Steyr interessiert den Er gerne besichtigen wollte was ich Ihm auch direkt anbot und Er dankend entgegennahm . Ich erklärte Ihm alles was Er wissen wollte da ich selbst ein recht neugieriger Mensch bin der an allem interessiert ist und gerne „rumschnüffelt“ und erzählt und erklärt bekommt . Ich animierte den Marokkomann auch gleich etwas von sich preiszugeben und musste Ihn darum nicht lange bitten . Er legte sofort los . Seit Jahren fährt Er mit seiner schon älteren aber sehr atraktiven blonden Frau die im Hintergrund im Bikini ihren süssen , immer noch schön festen Älterefrauenbauch der immer noch recht vorzeigbar ist ungeniert preisgab , nach Marokko . Ich sagte Ihm dass ich ein Angsthase wäre und mich nicht nach Afrika trauen würde . Oh nein , sagte Er , er hätte dort schon weit über 30000 Kilometer abgespult in mehreren Jahren und es wäre sogar Ihm als unbeliebtem Franzosen , dort noch kein Leid geschehen .
„Un Moment“ meinte Er und verschwand kurz um gleich wieder zu erscheinen . In seinen Händen hielt Er eine alte abgewetzte Landkarte von Marokko und breitete diese vor Rita und mir aus . Ich hielt die Karte an der rechten Flanke und so konnte Er uns mit seinem rechten Zeigefinger alle farbig eingezeichneten Routen , die Er schon befuhr , genau zeigen und erklären . Er hatte die verschiedenen Routen alle schon mit seiner Frau und Hundchen abgefahren , konnte erklären wo man stehen kann und wo lieber nicht , wo man allein fahren kann und wo lieber im Konvoi mit anderen , wo man noch bedenkenlos fahren kann , wo die verschiedenen Regierungen Sicherheit garantieren , wo man auf sich selbst gestellt ist und einem von höchster ofizieller Seite abgeraten wird . Er kannte jeden CP inklusive Besitzer , wusste wo der beste Fisch zu fischen war und wo der schönste Standplatz am Strand gefunden werden konnte . Ich fragte Ihn noch ob Er denn viel am Rapido geändert hätte um diesen Marokkotauglich zu machen . Spezieller Luftfilter , verstärkte Federn , spezielle Bereifung usw. . Er lachte und meinte dass sowas nur für die reichen „Westler“ sein müsste die immer und alles zweihundertprozent sicher haben wollen .
Ich hätte ja bestimmt schon Bilder von afrikanischen Strassen gesehen und ob mir dabei aufgefallen wäre mit was sich die Afrikaner dort normalerweise bewegten ? Ich dachte kurz nach und musste mir eingestehen dass ich auf all den Fernsehbildern in meinem Kopf sah dass sich die Afrikaner fast ausschliesslich mit den Autos fortbewegten die uns Europäern nicht mehr gut genug sind . Alte Peugeots , alte Mercedes die unseren Tüv und Abgasgesetzen zum Opfer wurden . Genau , sagte der Marokkomann , die fahren damit noch hunderttausende Kilometer während wir alle spezielle Sandfilter verbauen . Sein Rapido sei original , wie vom Werk , Er würde ledigliche einen „Bas de Femme“ also eine Frauenstrumpfhose natürlich eine gebrauchte , über den Luftfilter stülpen und fertig .
Es war schade , Marokkomann wurde von seiner Frau zum Essen gerufen und Er verschwand uns noch zuwinkend und alles Gute wünschend unter der Markise seines Rapido .
Diese Geschichte und diese Bekanntschaften sind das was die Fahrten mit dem Steyr so reich macht . Steyr zieht an wie ein Magnet und nicht nur Erwachsene . An der Servicestelle auf der wir auf den Marokkomann trafen gab es auch einen Sportplatz inklusive einem abgetrennten grossen Areal mit einem Spielplatz und einer kleinen zu allen Seiten offenen überdachten Halle in der gerade unter sehr heftigem Lärm Kleinkinder mit ihren Betreuerinnen zu Mittag assen . Nach dem Essen sprangen alle auf und liefen , na wohin wohl , zum Steyr hin und drückten sich ihre kleinen Nasen am Zaun platt um den Dicken beim Wasserbunkern und entsorgen zu beobachten . Sofort begannen sie zu plappern und Fragen zu stellen . „Vous êtes des Militaires“ fragte einer der kleinen Vorwitzigen (seid ihr vom Militär) ? Ich sagte natürlich ja und alle waren beeindruckt . Die Kinder waren alle so im Alter von 5-7 Jahren . Rita , die es nicht mag wenn Kinder verarscht werden , veneinte die Frage natürlich aber das nützte nun überhaupt nichts mehr . In den Augen der Kinder schien so ein dicker Steyrfahrer der mit Schlauch und Chemieklo hantierte geradezu prädestiniert ein Kriegsheld zu sein und es war Ihnen sofort klar wer hier die grössere Autorität besass und das war aus Ihrer Sicht wohl nicht die Frau als Beifahrer , sondern eben Ihr Kriegsheld der so beschäftigt tat , alles im Griff zu haben schien und bei Ankunft hinter dem Steuer sass. (wie gut dass die den alten verwirrten Mann noch nie erlebt hatten der 6mal am Tag nach seiner Brille sucht manchmal die Hosenträger vergisst und dem dann plötzlich und unerwartet die Hose vom Hintern rutscht , der manchmal irgendwo hinfährt und bei Ankunft längst vergessen hat warum eigentlich usw. usf. )
Da Rita das mit dem Militär wohl zu verbergen versuchte stieg unser Ansehen wohl noch stärker da sie uns jetzt in geheimer Mission glaubten . Eines der Kinder das uns zuerst erzählte dass es gestern von der wohl dicksten Zecke auf der ganzen Welt gebissen wurde , erzählte uns weiter dass ihr Papa auch so ein dickes Wohnmobil hatte aber nun sei es „cassé“ also kaputt . Warum es „cassé“ sei konnte es mir aber nicht mehr erzählen aber seinem Gesicht war zu entnehmen dass es wohl schöne Erinnerungen damit verband .Eine der schönen jungen Betreuerinnen kam kurz vorbei um nachzusehn was für welche wir seien und ob etwaige Bedrohung von uns ausgehen könnte , aber Sie schätzte die Situation als eher harmlos ein und nutzte unser Beschäftigen mit den Kindern um einen kurzen Moment auszuspannen und zu verschnauffen obwohl sie ein kleines Mädchen auf ihren Armen trug das gerade eingeschlafen war .
Die Kleinkinder plapperten munter drauf los und alle hatten ihre eigene kleine Geschichte zu erzählen . Ein paar der jüngsten , Jungs und Mädels , schauten einfach nur traurig durch das Maschengitter hindurch und genau dieser Blick war es auch immer den ich vor Augen hatte wenn ich mir vorstellte wie es meinen Kindern gehen würde hätte ich sie auch so früh zur KITA gebracht und ich wäre nicht Hausmann geworden . Natürlich ist mir bewusst dass es auch glückliche Kitakinder und Kitaeltern gibt aber mir waren meine Kinder mit dem üblichen Elternanteil halt lieber . Wir verliessen die lustigen und traurigen Kinder , den Marokkomann denn Rita gab den Marschbefehl , ungewöhnlich und betont leise und rücksichtnehmend um meine bei den Kindern erlangte militärische Autorität ja nicht zu untergraben oder in Frage zu stellen .
Dem ersten Schild dem wir nach unserer Wegfahrt vom Platz begegneten war der wohlklingende Name „La Roche sur Grane“ zu entnehmen . Wir waren also fast angekommen , aber nur fast denn Navi beordete uns auf einen „Fahrradweg“ in leicht anderer Richtung als Schild . „Trau Dich und nimm den vorgeschlagenen Weg „ , meinte Rita und ich folgte natürlich ihren Worten . Es war wieder so ein Ritanaviantisteyrweg und wie sich auf den Schildern herausstellte ein neuangelegter Zufahrtsweg zur TGV-Strecke die überall entlang der TGV-Trasse zu finden sind um den Rettungskräften den ungehinderten Zugang zu etwaigen Unfallplätzen zu sichern . Der Weg war gerade so Lastwagenspurbreit und wie es sich gehört links und rechts mit Abwassergraben gesäumt um ja nicht ausweichen zu können bei Gegenverkehr (den es aber Gott sei dank überhaupt nicht gab) .Das einzige Leben dem wir unterwegs begegneten erinnerte mich an die Bilder von mexikanischen Saisonarbeitern die auf texanischen oder kalifornischen Feldern ausgebeutet und halbversklavt für ein paar Dollars schuften müssen .
Am Rand eines Feldes parkten ein Renault Traffic und ein Mercedes Vito vor denen aufgeplustert die Herren standen und miteinander klönten während sich dutzende Erntehelfer in der sengenden Sonne bückten und Knoblauchknollen aus dem Boden wuchteten . Es war bestimmt alles anders aber so stellten sich mir die Bilder bei der Vorbeifahrt dar und entwickelten sich in meinem Kopf weiter ohne mein Zutun und meine sonst üblichen Vorurteile . Nach einer halben Stund Fahrt kamen wir wieder auf die Landstrasse die uns mit Sicherheit auch schon eine halbe Stunde vorher begegnet wäre , wären wir dem normalen Schild gefolgt . Egal , wir standen vor dem Ortsschild und waren angekommen . Weiter rechts gab es auch das Schild „La Magerie“ . Bei der Auffahrt Richtung Magerie war sofort Rosch und Pierettes Stempel zu erkennen den Sie beide schon vor vielen Jahren Ihrer Umgebung in Luxemburg aufdrückten . Alles Grün , überall Hecken , Bäume und das übliche Bohlerchaos wie ich es mag und wie ich es mir schon vor fast dreissig Jahren in Luxemburg als Beispiel und Vorbild für meine eigenes privates Chaos nahm . Ich parkte den Steyr seitlich des CP bei der Einfahrt und wir stiegen aus um zum Empfang zu gehen . Die Männer vom CP sassen mit Rosch in dessen altem Gewölbe , dem ausgebauten Keller des ehemaligen alten Gehöfts und schauten „Tour de France“ . Ich begrüsste sie freundlich mit „Typisch , sitzen die alten Männer den ganzen Tag beim schönsten Wetter vor der Glotze“ . Rosch drehte sich , erstaunt seine ehemalige Landessprache zu hören , zu mir um und begrüsste mich so ähnlich wie Er mich vor 15 Jahren verabschiedet hatte : „ Ah der dicke Esel aus Luxemburg ist endlich angekommen „ . Allein dass ich immer noch denselben Spitznamen bei Ihm trug ehrte mich und wäre dem nicht so gewesen , es hätte mir richtig was gefehlt .
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- biglärry
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Noch'n paar Fotos .
Von knappen Durchfahrten und engen Gassen , von diesen bösen Wildcampern , dem grauen Rosch dem Campingplatzbesitzer , biglärry dem Untergeher , von Geradestehen ohne Unterlegkeile , von Dolli unserm Campingplatzhund die jeden biss der zu nahe an Steyr rankam (und so galten wir auf dem CP als unantastbar und das schöne daran war dass wir für den Hund keine Verantwortung trugen) , von Aussichten aus dem Steyr und von unseren wilden Standplätzen usw.usf. .
Von knappen Durchfahrten und engen Gassen , von diesen bösen Wildcampern , dem grauen Rosch dem Campingplatzbesitzer , biglärry dem Untergeher , von Geradestehen ohne Unterlegkeile , von Dolli unserm Campingplatzhund die jeden biss der zu nahe an Steyr rankam (und so galten wir auf dem CP als unantastbar und das schöne daran war dass wir für den Hund keine Verantwortung trugen) , von Aussichten aus dem Steyr und von unseren wilden Standplätzen usw.usf. .
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- Karsten
- Luftgekühlt

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Oh man, da habe ich den ersten Bericht noch nicht gelesen und dann kommt ein zweiter hinzu 
Du gibst Dir wirklich viel Mühe.
Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
Johann Wolfgang von Goethe
Wenn es ganz still wird, beginnen die Dinge zu sprechen.
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Hab beide Teile gelesen. Super! Hab mich köstlich amüsiert.
Finde beides okay, Bilderstorys wie auch nur Text. Ist wie Comic versus Buch oder gar Film. Die Abwechslung machts.
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Landrover 88 S3, Cherokee XJ 4.0l,
Und wenn die Augen sagen, hier ist Schluss, dann spürt der Fahrer, dass es dennoch weitergeht.
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