Hi Quirin,Hundert hat geschrieben:Der Kurze hat geschrieben:Die Wirtschaft kann man aber auch nicht sich selbst überlassen ... siehe Finanzkrise ... überhebliche und selbstverliebte Manager ohne Bodenhaftung und Blick für das reale Leben von Otto Normal sind für das Gemeinwohl auch zu gefährlich.
Das sehe ich etwas anders.
Zunächst finde ich, dass man die Wirtschaft sehr wohl sich selbst überlassen kann, genauso wie ich finde, dass man den Bürger sich selbst überlassen kann. Staatliche Eingriffe ins tägliche Leben sollten auf ein Minimum beschränkt sein. Der Staat sollte sich um seine Kernkompetenzen kümmern, die bestehen in meinen Augen hauptsächlich aus der Durchsetzung von Recht und Gesetz. Die Co2 Steuer ist wiedermal ein schönes Beispiel für den ausufernden Bevormundungs- und Verblödungsstaat.
Du sagst, die sogenannte Finanzkrise sei ein Beispiel dafür, dass der Staat in die Wirtschaft eingreifen muss. Für mich ist die Finanzkrise das krasse Gegenbeispiel für den Ruf nach dem Staat. Die tatsächlichen und herbeigeredeten Auswirkungen können und werden wir erleben. Wo lag aber der Ursprung dieser Finanzkrise? Als Clinton in den USA Präsident wurde, wurde durch den Staat festgelegt, dass sich auch die armen Bevölkerungsschichten des Landes ein eigenes Haus leisten können sollen. Das widerspricht jedem normalen wirtschaftlichen Handeln. In Folge dessen wurden die Privatbanken durch die amerikanische Zentralbank (staatlich!) durch Zinsen und gutes Zureden dazu ermuntert nicht Kreditwürdigen einen Kredit zum Hausbau zu gewähren. Das war der Ursprung der ganzen Blase und Spirale. Wer sich mal ein, zwei Stunden mit Volkswirtschaftskreisläufen auseinandergesetzt hat wird erkennen wie schnell sich so eine Blase über 10 Jahre vergrößert.
Dann kamen die von Dir angeführten "überheblichen" und "selbstverliebten" Manager ins Spiel.
Dazu will ich noch bemerken, dass ich leider keine satanischen Bankmanager kenne, aber dennoch genug andere um für mich festgestellt zu haben, dass bei diesen Menschen Überheblichkeit und Selbstverliebtheit in keinster Weise weiter verbreitet sind, als beim Durchschnittsdeutschen. Wie beim Durchschnitts Nicht-Manager auch lebt man nach dem Motto: "Ich nehme mit was geht". Das waren im Falle von einigen Bänkern offensichtlich faule Kredite, das sind bei manchem Hartz4-ler abgezockte staatliche Leistungen die durch abkassierte Steuern finanziert wurden und das sind dann die gleichen Leute die jede angebotenen Arbeit ablehnen und sich über die vielen Ausländer und/oder Reichen beschweren, die ihnen die Jobs wegnehmen oder keine geben. Du siehst Überheblichkeit und Selbstverliebtheit sind keine Alleineigenschaften von Managern.
Weiter schreibst Du "die Manager" seien ohne Bodenhaftung und Blick für das reale Leben. Dann frage ich Dich ob Du meinst, dass die gewählten Volksvertreter, die bei uns den Staat repräsentieren und von denen Du vorderst, dass sie in die Wirtschaft eingreifen, Bodenhaftung und einen Blick fürs reale Leben haben. Objektiv muss man doch sagen, wenn man die neuen und alten Gesetze ansieht, dass die Menschen von denen Du vorderst sie sollten die bösen Manager kontrollieren ebensowenig Bodenhaftung und Blick für das reale Leben haben.
Wie erklärst Du Dir beim Thema Bodenhaftung z.B., dass zahllose Politiker in Aufsichtsräten und Gremien der (Landes)Banken saßen, obwohl sie laut eigener Aussage keine Ahnung von Banken und Finanzkreisläufen hatten. Das ist doch wohl die Spitze verlorener Bodenhaftung und Selbstherrlichkeit, oder nicht?
Wie dieses Beispiel zeigt, hätte die Möglichkeit zum staatlichen Eingriff schon immer Bestanden! Was ist passiert? Nichts. Obwohl schon Ende der 90er offensichtlich war, was in Amerika mit den Hauskrediten ablief. Getan hat kein Staat etwas, da sie alle kräftig mitverdient haben oder absolut keine Ahnung hatten. Als die Blase dann geplatzt ist, war der Kapitalismus schuld.
Alles klar, danke für diese einfache Erklärung. Das ist das gleiche Niveau mit dem man behauptet die Co2 Steuer wäre wegen der Umwelt und dem bösen schädlichen Co2 der deutschen Fahrzeuge die das Weltklima so massiv beeinflussen.
Die totale Volksverdummung.
Alle Staaten hätten schon frühzeitig die Finanzkrise verhindern können, getan wurde nichts, weil alle dran verdient haben, auch die die jetzt die Oberantikapitalisten sind. Milliarden von Steuergeldern wurden in den staatlichen Banken vernichtet unter der Schirmherrschaft von den Leuten, von denen Du vorderst sie sollten eingreifen in die Wirtschaft. Meinst Du nicht, dass man solchen Leuten keine Möglichkeit geben sollte irgendwo einzugreifen?
Ich will damit nur sagen, die von Dir so negativ auf Manager projezierten Eigenschaften, tragen die meisten Menschen in sich. Deshalb ist es auch utopisch anzunehmen, der Staat könne durch Eingriffe etwas verbessern. Das kann er nicht, da er nicht wirtschaftlich denken muss und ebenso nach der "Ich nehme mit was geht" Mentalität lebt. Eine gesunde Marktwirtschaft macht staatliche Eingriffte unnötig. Setzt der Staat wie in der Vergangenheit sooft schon, die falschen Akzente und wird das wirtschaftliche Handel ad absurdum geführt gerät das ganze System dank des Staates aus der Bahn.
Der Staat ist wirklich die letzte Institution von der ich hoffe, dass sie sich irgendwo einmischt. Leider wurde und wird man in Deutschland dazu erzogen den Staat als Allheilsbringer zu sehen. Wenn man genau hinschaut ist oft das genaue Gegenteil der Fall.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass sich jeder der bösen Manager mehr um das "Gemeinwohl"(was auch immer das sein soll) verdient gemacht hat als der Staat als Akteur im Wirtschaftkreislauf. Die Mehrzahl der bösen Manager zahlt extrem hohe Steuern und Beiträge zu diversen staatlichen Versicherungen (ja selbst der böse Herr Ackermann). Man sollte vor lauter Managerhass, nicht den Blick für die Realität verlieren den man den anderen vorher abspricht![]()
Mir ist klar, dass meine Meinung zum staatlichen Handeln wohl eine Einzelmeinung sein wird, damit kann ich aber sehr gut leben![]()
Beste Grüße
Quirin
sehr guter Beitrag den Du da geschrieben hast. Man merkt Du liest keine Bildzeitung.
Die meisten Menschen in Deutschland merken die deutsche Regulierungswut gar nicht richtig. Weil diese oftmals nichts anderes machen wie als Angestellter oder Arbeiter in die Arbeit gehen und sonst auch keine grossartigen Dinge machen.
Um sich der deutschen Regulierungsflut etwas bewusster zu werden, muss man nur mal ein Haus bauen, oder einen handwerklichen Betrieb gründen. Oder eine GmbH. Oder einen H2 in Deutschland anmelden. Oder verschiedene Anträge bei Behörden ausfüllen. Oder auch nur ein einfaches Werbeschild aufstellen. Oder sich mit deutschen Steuerrecht befassen.
Da könnte ich Geschichten erzählen die man fast nicht glauben kann, aber wahr sind.
In Deutschland wäre viel mehr möglich wenn Leute mit Ideen nicht permanent gebremst würden.
Kann Leute verstehen die ins Ausland gehen. Manche Aussagen zu manchen Leistungsträgern in Deutschland erinnern mich an die Hexenjagd der katholischen Kirche im Mittelalter.



