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1. Kardanwelle aus-/einbauen Explorer/Bronco II @all

Verfasst: Do 08 Jul, 2004 01:13
von Explorerfalk
Hallo

Ich habe ein Problem - der Rückwärtsgang vom Automatikgetriebe meines kurzem Explorers funktioniert nicht mehr.
Alle äußeren Einflüsse und Möglichkeiten sind kontrolliert und können als Ursache des Defekts ausgeschlossen werden.

Das heisst: Getriebe muss raus und überholt werden.

Da dies einfach gesagt, aber ziemlich umständlich gemacht ist, bietet sich mir die Gelegenheit das alles mit der Kamera zu begleiten und zu dokumentieren.
Wir werden also erleben wie ich mich von hinten von der Kardanwelle übers Verteilergetriebe an das Hauptgetriebe vorarbeite.

Ich muss dazu sagen, dass ich kein gelernter KFZ-Schlosser bin und dies praktisch autodidaktisch mache.
Desweiteren steht der Explorer bei mir auf den Hof und somit wird das eine echte "Bordsteinschrauberei" :D Bei Regen läuft dann eben nix.
Für (fast) jeden also nachvollziehbar und nachbastelbar.
Bis ich das Getriebe dann in die Einzelteile zerlegt habe ist der Sommer bestimmt rum, da ich auch nur begrenze Zeit täglich ? habe.

Los gehts mit der relativ einfachen Kardanwelle.

Die muss eigendlich nur vom Flansch des Verteilergetriebes gelöst werden.
Wer eine Hebebühne hat, ist fein raus. Alle Räder in die Luft, Getriebe auf N und die Welle mit hand gedreht, jedesmal irgendwie arretiert und die Schrauben raus.

Auf der Strasse sieht das anders aus.
Fahrzeug sichern. Feststellbremse bleibt gelöst und mindestens ein Hinterrad richtig am wegrollen hintern (großer Vorlegekeil). Getriebe steht auf P.
Dann hebe ich das nicht blockierte Hinterrad leicht an, so das es sich knapp frei drehen kann.
Drunter unters Fahrzeug und die Originalstellung Welle/Antreibsflansch getriebeseitig mit Kreide anzeichnen.
Wichtig, damit ich beim Zusammenbau keine Unwucht in den Antrieb bekomme !

Bild

Erste Schraube lösen. Das Getriebe hält dabei die Welle in Parkstellung. Da kann ruhig richtig gedrückt werden das geht nicht so schnell dadurch kaputt.
Anschließend vorkriechen und das Getriebe auf N schalten.
Jetzt kann ich das frei drehende Hinterrad ein Stück drehen so das ich die nächste Schraube richtig zu fassen bekomme.
Getriebe wieder auf P und Schraube raus.
Das ganze wiederholt sich viermal und die Welle klemmt nur noch am Flansch.
Vorsichtig mit dem Hammer lockern. Dabei aber nicht auf das Kreuzgelenk schlagen. Die Nadellager da drin müssen das nicht haben.

Ich habe vorne - also getriebeseitig - angefangen da es dann einfacher ist die hinteren Schrauben (Diff-seite) zu lösen, weil ich die Welle mir einfach jetzt schön zurecht legen kann. Anzeichnen nicht vergessen !

So, Welle ist draussen, Wagen kann abgelassen werden.

Gleich mal die Kreuzgelenke kontrollieren.
Sie sollten nicht schwergängig sein und auch keine Knackgeräusche von sich geben. Entweder gängig machen oder austauschen.

Beim Einbau ist praktisch die Reihenfolge rückwärts abzuspulen.
Die Schrauben werden mit Locktite mittel beglückt und getriebeseitig mit 83-118 Nm und Diffseitig mit 95-129 Nm angezogen.

Als Werkzeug brauche ich nur einen guten 12er Ringschlüssel ev. mit Verlängerung zum lösen, eine Ratsche/Drehmomentschlüssel mit 12er Vielzahnnuss, Krichöl und ´ne halbe Stunde Zeit.
Das Thema Auswuchten Kardanwelle werde ich mal später hier beschreiben.

Als nächstes kommt dann das Verteilergetriebe dran.

viele Grüsse Falk

PS: wenn einer was verbesserungswürdiges oder gar falsches liest/sieht - nur zu.

Verfasst: Do 08 Jul, 2004 07:33
von CHP-Cobra
Moin Falk,

ich hab mit der Geschichte ja auch genügend Erfahrungen bei meinem Bronco II gesammelt und ebenfalls keine Hebebühne.

Das Aufbocken habe ich etwas anders gelöst :

- Vorderräder mit Keilen gesichert
- Hydraulikwagenheber unter die Anhängerkupplung und hoch damit
- Stützen unter die Hinterachse (rechts und links vom Differenzial

Hat den Vorteil, das der Wagen nicht einseitig hängt und man von beiden Seiten gleich gut drankommt.

Ansonsten gleich Vorgehensweise wie Du's beschrieben hast.

Gruss
Eddi

Verfasst: Do 08 Jul, 2004 08:36
von Operator
Sei gegrüßt Falk, :lol:

verfolge die Getrieberep. ganz gespannt.
Wie Du ja weißt, fiebere ich der Entzauberung des
Automaten schon lange entgegen.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen bei dieser Aktion,
für Dich und Uns. :razz:

Meine Güte, ich weiß nicht, wo Du die Zeit hernimmst??? :?:

Ralph

Verfasst: Do 08 Jul, 2004 09:18
von Explorerfalk
Hallo Eddi

Klar, geht auch so.
Ich habe das an dem höhergelegten XP demonstriert - da ist glücklicherweise mehr Platz :D
Für Fahrzeuge im Serienzustand könnte es durch die bescheidene Bodenfreiheit schon mal für den einen oder anderen Bierbauch :? eng werden. Da ist es natürlich hilfreich den ganzen Klops hinten hoch zu heben.

Um so wichtiger ist die EIGENSICHERUNG !
.......ich möchte später keine Witwen trösten müssen, deren Männer vom eigenen XP überrollt worden sind !!!

Hallo Ralph

Schön dich hier zu sehen :)
Zeit ist relativ. Es kommt drauf an wie man sie ausfüllt..............

viele Grüsse Falk

Verfasst: Do 08 Jul, 2004 23:34
von Explorerfalk
So, ganz klar, wenn man schon ein Bauteil draussen hat, dann kann man´s auch gleich richtig aufbereiten.
Entrosten, eine Schicht Hammerite drüber, an den Kreuzgelenke schadet ´ne Portion Fett auch nix, und das Teil ist wieder fit für die nächsten Monate :)

viele Grüsse Falk

Verfasst: Sa 10 Jul, 2004 06:17
von CHP-Cobra
Damit Ihr mal seht wie die Dinger bei mir ausgesehen haben und was ein bisschen Hammerit tatsächlich so ausmachen kann.

Wie es scheint sind die beim Bronco II und Explorer unterschiedlich.

Eddi



Bild

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Verfasst: Sa 10 Jul, 2004 11:14
von Explorerfalk
Hallo Eddi

Die Unterschiedlichen Antriebswellen sind ein Resultat der verschiedenen verbauten Verteilergetriebe.
Nur die letzten ab ca. 89- gebauten Bronco II hatten schon das Borg-Warner 13-54 (wie XP1) montiert bekommen.
Ich hatte mir letztens einen 89er Bronco II von unten betrachtet, und konnte da vieles bekanntes vom XP1 wiederfinden.

Vor -89 wurde ein Borg-Warner 13-50 verbaut wo auch diese anders aussehenden Hinterachsantriebswellen (die untere in deinem oberen Bild)eingebaut worden ist.
Die Kugellager in diesen Wellen sind gefedert und erlauben so einen Längenausgleich.

Ich sehe da im Haynes eine "Serviceöffnung" !? oder was ist der kleine Blechdeckel auf den Lagerhülsen ? Oder sind das die Ausgleichsgewichte ?

Verfasst: So 11 Jul, 2004 08:48
von CHP-Cobra
Explorerfalk hat geschrieben: Ich sehe da im Haynes eine "Serviceöffnung" !? oder was ist der kleine Blechdeckel auf den Lagerhülsen ? Oder sind das die Ausgleichsgewichte ?
Sind die Ausgleichsgewichte, "Serviceöffnung hab ich da keine gesehen :eek:

Eddi

Verfasst: Fr 06 Aug, 2004 16:59
von Explorerfalk
Der Vollständigkeit halber noch die Anzugsdrehmomente für die vordere Kardanwelle beim Ford Explorer.

Getriebeseitig: 95-129 Nm
Diffseitig (die Bügel) : 14-20 Nm

Falls einer mal Alternativen sucht:
Das Längenmaß für die hintere Kardanwelle - Schiebestück zusammengeschoben -
für 5-tür: 1180mm / 70mm Durchmesser
für 3-tür: 900mm

vordere Kardanwelle - Schiebestück zusammengeschoben -
für 3-/5-tür: 800mm