Hallo Falk,
> Ford verkaufte in den USA weniger Autos, weil vor allem Konkurrenten aus
> Fernost wie Toyota und Nissan Marktanteile gewannen. Zudem
das Verrückte ist, dass die Konkurrenten aus "Fernost" ihre Autos teilweise in den USA entwickelun und sogar bauen, während "US-Hersteller" ihre Fahrzeugproduktion mehr und mehr nach Mexico verlegen.
Die Konkurrenten aus "Fernost" bauen inzwischen amerikanischere Autos als die Amerikaner. Gerade im Fall von Ford und dem PKW-Markt werden dort eigentlich nur noch Zwitter aus Volvo (Technik) und Volkswagen (Design) gebaut, die selbst der Amerikaner nicht kaufen mag. Der hat nämlich einen viel besseren Autogeschmack, als man in Dearborn denkt - das beweist der Erfolg des Chrysler 300C (Heckantrieb, mächtiges Design, Power-Motoren).
Die Ford Motor Company steht in einer existenziellen Krise und ist leider im 2. Quartal 2005 wieder zurückgefallen, nachdem man den Eindruck gewinnen konnte, dass es wieder bergauf geht. Es brennt aber auch überall:
* Bei den Premium-Marken geht eigentlich nur Volvo, die eigentlich gar keine Premium-Marke ist. Bei Jaguar sind unter "deutscher Führung" in den letzten Jahren hingegen schwere strategische Fehlentscheidungen vorgenommen worden, indem man versucht hat, die Marke gegen BMW und Mercedes zu positionieren. Damit hat man die ganze Marke entwertet, denn als Luxusmarke war Jaguar über den Premiummarken Mercedes und BMW. War.
LandRover kommt auch nicht vom Fleck, obwohl die Produkte so gut sind, wie noch nie.
* Ford Europa spielt mehr oder weniger sein Geld ein, allerdings sind Marktposition und Produktportfolio nur noch ein Schatten vergangener Zeiten. Heute haben selbst koreanische Billigmarken wie Hyundai ein attraktiveres Modellportfolio. Mir blutet das Herz!
* In den USA kommen die neuen Ford-Volvo-VW-Zwitter schlechter an als erhofft. Die neuen PKW sind zwar um Welten besser als ihre Vorgänger, aber mit Frontantrieb und Passat-Design kommt man nicht weit in den USA. Das hat man zu spät erkannt - und inzwischen nicht einmal mehr die Plattformen, um gegenzusteuern. Der SUV-Marktanteil von Ford geht auch zurück. Die steigenden Benzinpreise sind ein Grund, die qualitativ bessere Fernost-Konkurrenz ein anderer.
Man muss festhalten, dass Ford und GM (da ist die Lage tendenziell noch schlimmer) die Zeichen der Zeit nicht nur ausserhalb der USA, sondern auch auf dem eigenen Markt nicht erkannt haben.
Man kann nur hoffen, dass es ein gutes Ende nimmt...