Starthilfe Batterie-Lader (schwer/schwerer/schwerst; Frage Leistungs-Elektrik)

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Starthilfe Batterie-Lader (schwer/schwerer/schwerst; Frage Leistungs-Elektrik)

Beitrag von WJM » Do 25 Jan, 2024 05:41

Schon laenger wollte ich mir ein weiteres Starthilfegeraet zulegen, besser/intelligenter (Langzeitladen, ohne Beobachtung) und vor allem schwerer/staerker.
Beides zusammen laesst sich fast nicht finden, wenigstens nicht fuer einen vernuenftigen (Neu-)Preis....sprich ueberteuerte Werkstatt-Geraete, 500-1000 euro.
Gehofft & gesucht habe ich lange nach eine Variante, wovon ich immer noch *meine* dass es eine solche geben *sollte*, oder wenigstens mal gegeben *hat* (damit dann gleich auch billig gebraucht....:)).
Einer mit 380/400v Drehstrom.
Weil nur damit kommt man, mit 380/400V Hausanschluss (16A), auf eine vernuenftige kW-Leistung; rein rechnerisch 11kW.
So richtig verstehen tue ich aber die Leistungsangaben von uebliche 230v Starthilfe-Geraete eh nicht, da wird bis 12kW bei 630A gezeigt.
Wo es doch eigentlich doch nur maximal 3500W sein koennte (bei 230v/16A).
(oder 3660W, wenn ich mich recht erinnere)

Gefunden oder gar gesehen/gehoert/gelesen hab ich eine solche 380/400v Variante aber nie.
Vielleicht auch besser, weil so einer, mit alten guss-eisen Trafo, wohl gar nicht mehr ohne Raeder auskaeme, geschweige noch irgendwie hoch zu heben waere, ob Treppe oder Ladekante.
(im AC-Bereich 380v->110v habe ich einige Regelbare Trafo's (Kino-Standbild Projektoren), die sind noch mal zusaetzlich mit Trafo-Oel gefuellt....:))

Neulich wuchs mein Anlass, weil mein hiesiges Einstiegs-Geraet (schon auf Rollen, aber eben nur 140A/2,2kW) es worst-case partout nicht schaffte einen tiefgefrorenen alten/vorkammer PKW-Diesel mit alten/fast-toten AGM an zu kurbeln.
Rein rechnerisch schon nachvollziehbar; angeblich ziehen die Vorgluehkerzen schon etwa 100A; die mit ebenfalls 2,2kW angegebenen Startmotor kriegt dann so nicht mehr genug.
(bin mir nur nicht sicher ob die Elektriker sich da nicht doch schlauerweise einen Start-Aus Schaltung im Vorglueh-Schaltplan verbaut haben....?)


Letztendlich kam mir dieser ueber den Weg, AEG LT 60:

https://www.ebay.de/itm/353174321886

(https://www.aeg-automotive.com/lt-serie

(dort aber kein PDF Datenblatt, komischerweise:
https://www.conrad.com/en/p/aeg-lt-60-1 ... tDownloads )

Digital, 9-Stuefig laden mit bis zu 60A, 1,5V Mindestspannung, 540A Startstrom (intelligent geschaltet, vor- & nachher wird nur mit 5A geladen), und temperatur-kompensiertes laden
(nur doof dass der Temperatur-Sensor an die Minus-Zange verbaut wuerde; wenigstens bei Nassbatterien sollte man die Masse sonstwo herholen (explosions-Gefahr), oder worst-case gar direkt am Startmotor legen), plus 13,6v/30A Konstantspannungsversorgung.

Und an sich schon 12/24v, nur hat man die 24v Sparte ziemlich karg gebaut: nur 20A laden, und gar *keine* Startstromhilfe.

Weil (bis) gestern auch noch ein 10% Rabatt galt (obendrauf der bereits vorhandenen & immer noch geltenden 35% Nachlass) habe ich erst mal zu geschlagen; 289->189->170 euro....das geht ja noch, so viel billiger sind auch alte/analoge Einstiegsgeraete (auf Rollen) nicht, mit weit weniger Leistung)


Also, fuer 24v worst-case braeuchte man immer noch zwei solche....:))
(ich entsinne mich noch auf die Variante/Konstellation mit mehrfachen 100A Battery-Equaliser/Charge-Balancer; wenn man die 12v/540A Starthilfe auf einer Batterie gibt, muesste (duerfte?) der zweite vom Equaliser gespeist werden, also irgendwie haette man dann wenigstens 2x 270A separat verteilt.
(das ist aber immer noch karg; ein HJ60/2H habe ich mal mit 390A Startstrom gemessen; zwar Vorgluehen + Startmotor zusammen, dafuer aber bei Zimmertemperatur)


Nichtdestotrotz, Kommentar willkommen, besonders von Leistungs-Elektriker, die mir diese Mogelei der kW-Daten erklaeren koennen....:))
Verstehe zwar etwas von Cosinus-Phi, aber damit kommt man nicht von 3,5kW auf 12kW.
(und interne Hilfs-Batterien gibt es da auch nie, sonst haette das schon mal irgendeiner, irgendwo, erwaehnen muessen, wenn auch nur als Verschleissteil)


NB, worst-case Szenarien:

- Tank leer, Treibstoff-Leitung leer, erfordert minutenlanges Orgeln

(auch ein Grund besser AGM-Batterien zu haben, die knicken weit spaeter ein)
(habe mir vor einige Zeit eine Victron Super Cycle zugelegt, die verkraften sogar mal mehrfache 100% Entladungen, dazu in mehrstuendiger Ruhezustand (das versaut jeden Batterie, auch normale AGM), und in Gegensatz zu reine Versorgungsbatterien duerfen die auch noch ordentlich geladen werden (die 125Ah Variante mit 37,5A; ueblich ist maximal 0,2C, also 25A)


- Vorgluehspiralen ganz im Eimer, Dauerstarten zum aufwaermen.

(das hatte ich im Wehrdienst mal mit einem Zweitakt-Detroit Diesel, im YPR-765, dazu noch Wassereinbruch....also die ganze Kaserne erst mal ganz nett in weiss gehuellt, danach schwarz)
(dafuer lief der Oberst schoen rot an, aber ich hatte beide Maengel bereits vielfach im Fahr-/Wartungsbuch vermerkt, also galt sein Aerger letztendlich nur die Wartungskompagnie....:))



PS: habe mich uebrigens auch schon laenger die Geraete-Kategorie tragbare Super-Cap/-Kapazitator Startbooster angesehen, aber das ist nur eine Teilloesung, sprich bei kuerzzeitiges Starten, nicht bei Dauer-Orgeln (das gilt ebenfalls die normale Lithium-Ion Startbooster)

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Re: Starthilfe Batterie-Lader (schwer/schwerer/schwerst; Frage Leistungs-Elektrik)

Beitrag von WJM » Fr 26 Jan, 2024 23:57

Teil der Daten-Mogelei steckt scheinbar in dieses Detail, '1V/e' bzw '1V/c', als Startstrom-Angabe.

Diesen Wert deutet angeblich auf eine Tiefentladene Batterie, mit/unterhalb von 1,0v pro Zelle (von nominal 2v/Zelle!)....also eben nur 6,0v bei eine 12v-Batterie, und 12,0v bei eine 24v Batterie.
Damit wird die Rechen-Mogelei offensichtlich; also nicht dessen Startstrom multipliziert mit 12v oder 24v, sondern 6,0v oder 12,0v.
(zuerst dachte/fuerchtete ich noch dass sogar diese alte total-dumme Batterie-Lader doch noch irgendwelche schlaue Schaltung verbaut hatten, aber hier gilt wohl etwas wofuer man auch bei Elektro-Winden warnt: sinkt der Spannung, steigt der Strom (damit doppeltes Kuehlproblem, mehr Waerme-Entwicklung, weniger Drehzahl = weniger Lueftung).

Uebrigens fand ich diese Einschraenkung endlich mal vernuenftig erklaert/erwaehnt in die PDF-Anleitung vom Telwin Dynamic 420.
(selbst hatte ich eins deren Einstiegsgeraete, Dynamic 210)

Und nochmals darauf suchende fand ich gerade bei Telwin sogar diese von mir vermutete/erhoffte 380v/400v Variante, der Energy 650 Start....:))
(neben Dynamic 420 gibt es auch noch 520 & 320)
(und neben Energy 650 Start (1k euro) sogar auch noch Energy 1500 Start (2k euro....:))
(dafuer braucht man dann schon eine 25A Absicherung, also zu schwer fuer den normalen 380/400v Hausanschluess....:))

Uebrigens#2 ist dieser AEG LT 60 auch bereits 10 Jahre auf dem Markt....damit liesse sich vermuten dass diese 35% Rabatte auf ein eventuelles Produktions-Ende hindeuten.
Eben auch weil der keine Lithium-Batterien laden kann (und das Auffolge-Modell womoeglich schon).
(die groessere Victron/Mastervolt Lader koennen das schon seit 10-20 Jahren)
(bis 12v/100A & 24v/100A, bieten aber keine Starthilfe)

Uebrigens#3 scheint mir eine Li-Ion als fest verbauter *Start*batterie auch nicht sehr logisch, schon gar nicht as Ersatz fuer Blei/AGM/Gel, weil das (motor-seitige) Batterie-Ladesystem darauf nicht eingerichtet ist.
Also in *diesen* Kontext macht auch die Kombination von Starthilfe + Li-Ion-lader weniger Sinn....
(Li-Ion als tragbare Starthilfe natuerlich schon)

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